Wiederholt sich das Rückrunden-Drama?

+
Erwin Hoffer (links) als Torschütze im Spiel gegen den MSV Duisburg. Das wollen die Fans auch heute gegen Braunschweig sehen.

Frankfurt – Als das neue Jahr 2011 begann, nahm das Drama seinen Lauf. Wichtige Spieler waren verletzt und die Eintracht stieg am Ende der Saison aus der Bundesliga ab. Heute steigen die Adler wieder nach der Winterpause in den Spielbetrieb ein. Diesmal geht‘s um den Aufstieg und doch fehlen wie vor einem Jahr wichtige Spieler.Von Axel Grysczyk

Damals gewann man gegen St. Pauli nur noch ein Spiel. Zurückzuführen war dies damals auch darauf, dass viele Spieler zum Auftakt im neuen Jahr verletzt waren und die gesunden Akteure auf ungewohnten Positionen eingesetzt werden mussten. So fehlte damals die komplette Innenverteidigung, die Eintracht wurde zur Schießbude und die Sicherheit der Hinrunde ging flöten.

Mit Mütze und Handschuhen: Martin Amedick bei einem der letzten Trainings vor dem Spiel gegen Braunschweig.

Auch heute fehlen wieder wichtige Spieler. Trainer Armin Veh wird am meisten die ausgebliebene Neuverpflichtung im Sturm vermissen. Ex-Nationalspieler Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg sollte kommen. Doch daraus wurde aufgrund der zu hohen Ablösesumme nichts. Jetzt hat Veh nach dem Weggang von Theofanis Gekas in die Türkei nur noch drei Stürmer. Da Mohamadou Idrissou noch verletzt ist, hat er mit Erwin Hoffer und Rob Friend eigentlich nur zwei Stürmer zur Verfügung. Aber mit dem Kanadier Friend kommt Veh nicht zurecht und schon könnte sich bei der Eintracht ein Sturmproblem entwickeln.

Stattdessen haben die Eintracht-Verantwortlichen die Abwehr verstärkt. In der Winterpause kamen aus der Bundesliga Martin Amedick (1. FC Kaiserslautern) und Heiko Butscher (SC Freiburg), dagegen verließen Georgios Tzavellas (AS Monaco) und Stefan Bell (FSV Mainz) aus der Defensive den Verein. Anderson ist derzeit verletzt, so dass beide Neuverpflichtungen auch spielen werden. Insbesondere Amedick könnte der Innenverteidigung mehr Halt geben. Dieser Mannschaftsteil kam durch die Schwächen von Gordon Schildenfeld hin und wieder stark ins Schlingern.

Hoffen auf überzeugende Antworten

So startet das Projekt Wiederaufstieg 2012 noch mit einigen Fragezeichen: Werden sich die beiden Neuen nahtlos in die Eintracht-Abwehr integrieren, kann das Team den Ausfall ihres Kapitäns Pirmin Schwegler nach seinem Zehenbruch im Trainingslager kompensieren und wie wird das eventuell aufkommende Sturmproblem gelöst? Denn einiges deutet darauf hin, dass Veh sein Team heute nur mit einer Spitze – nämlich Erwin Hoffer – auflaufen lässt. Das bedeutet auch einen Systemwechsel. Die meiste Zeit in der Hinrunde hatte die Eintracht mit zwei Spitzen agiert.

Auch der  Gegner Eintracht Braunschweig hat auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen. Mit dem 21-jährigen kanadischen Nationalspieler Randy Edwini-Bonsu aus der finnischen Zweiten Liga kommt ein hoffnungsvolles Talent nach Braunschweig. Mit dem 21-jährigen Innenverteidiger Ermin Bicakcic vom VfB Stuttgart hat Trainer Torsten Lieberknecht die Abwehr verstärkt. Doch die entpuppt sich derzeit als Baustelle: Im Abwehrzentrum fehlen weiter Matthias Henn und Marcel Correia. Beste Chancen auf die Position hinten links hat Norman Theuerkauf, der den gesperrten Ken Reichel vertritt. Dessen Platz auf der Sechs könnte Marc Pfitzner übernehmen, der zuletzt viermal von der Bank kam. Hinten rechts plagt sich Benjamin Kessel mit muskulären Problemen. Das könnte genau die richtige Abwehr zum Selbstvertrauen tanken für die neue Offensivabteilung der Frankfurter sein.

Egal wie‘s ausgeht: Es bleibt zu hoffen, dass die Eintracht auf die offenen Fragen rund um Abwehr und Sturm überzeugende Antworten liefert, damit die Rückrunde wie im Jahr 2011 nicht zum Drama wird. Der eingefleischte Eintracht-Fan könnte es nicht nochmal ertragen, wenn die Eintracht-Kicker am letzten Liga-Spieltag wieder mit hängenden Köpfen auf dem Spielfeld stehen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare