Mit Gorka für Sulu ins Topspiel gegen Karlsruhe

Werden die Darmstädter Lilien zum Opfer des eigenen Erfolgs?

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Schaffen die Lilien tatsächlich den Durchmarsch in die erste Bundesliga? Der 3:2-Sieg vergangenes Wochenende, hier Darmstadts Marcel Heller (links) gegen Markus Karl vom 1. FC Kaiserslautern, war ein wichtiger Schritt.

Die Lilien sind zum Erfolg verdammt. Längst sind die Spieler des SV Darmstadt 98 auch für andere Vereine mit größerem Budget interessant geworden. Von Jens Dörr

Darmstadt – Wenn es den SV Darmstadt 98 einerseits freut, dass sein seit zwei Jahren überragender Lauf längst in Fußball-Deutschland registriert wird, so hat dies doch auch seine Schattenseite: So mancher Spieler der Lilien ist inzwischen auf dem Wunschzettel anderer Vereine gelandet. Der Zweitligist kämpft daher nicht nur am Montag (20.15 Uhr) beim Karlsruher SC um den Aufstieg ins Oberhaus, sondern derzeit auch um Teile seines Stammpersonals.

Lange Vertragsverlängerungen

In weiser Voraussicht haben die 98er frühzeitig lange Vertragsverlängerungen mit Stützen wie Trainer und Sportdirektor Dirk Schuster, Torwart Christian Mathenia, Kapitän und Innenverteidiger Aytac Sulu, Flügelflitzer Marcel Heller, Hoffnungsträger Yannick Stark und Stürmer Dominik Stroh-Engel ausgehandelt – alle bleiben (neben einigen weiteren Spielern) bis 2017 oder 2018, können den Verein schlimmstenfalls für Ablösesummen im sechsstelligen Bereich verlassen. Unter der Woche gesellte sich in Florian Jungwirth, der bis 2017 verlängerte, ein weiterer Akteur hinzu. Ein Selbstläufer sind diese Zusagen derweil nicht, wie bereits der Weggang von Hanno Behrens, dem das Gesamtpaket nicht passte, zeigt. Sandro Sirigu wird mit dem SV Sandhausen in Verbindung gebracht, auch Leon Balogun hat andernorts für Aufmerksamkeit gesorgt, Fabian Holland ist bei seinem ausleihenden Verein Hertha BSC wieder ins Visier geraten und um Innenverteidiger Romain Brégerie bemühte sich auch schon Fortuna Düsseldorf. Brégerie selbst wich Fragen nach Angeboten und Verlängerungsplänen unter der Woche aus: „Die Zukunft ist für mich derzeit zweitrangig, ich konzentriere mich aktuell nur auf die letzten drei Saisonspiele“, sagte er dem EXTRA TIPP.

Gorka soll Lücke schließen

Volle Konzentration gilt unterdessen auch bei jenem, der am Montag in Karlsruhe Brégeries neuer Nebenmann in der Innenverteidigung sein wird. Es ist Benjamin Gorka, der Darmstadts Hauptgarant für die beste Defensive der 2. Bundesliga sein soll und die markante Lücke schließen soll, die der gelbgesperrte Sulu hinterlässt. Kein Thema, wie der 31-Jährige selbst beteuert, obwohl ihm bei bisher nur zwei Startelf-Einsätzen über 90 Minuten die Spielpraxis fehlt: „Es ist mir sehr gut gelungen, die Spannung hochzuhalten“, so Gorka. „Ich gebe in jedem Training 100 Prozent, dazu sprechen die Trainer immer wieder mit mir. Das sorgt dafür, dass die Spannung total da ist.“

Entsprechend sei der Druck im letzten Free-TV-Livespiel der Saison kein Problem. „Ich weiß zudem, dass mir die Trainer und die Mannschaft komplett vertrauen.“

Auch KSC-Angreifer Rouwen Hennings raubt ihm nicht den Schlaf: „Klar, Karlsruhe ist offensiv sehr stark und Hennings hat schon einen Lauf. Mir ist es aber egal, was für ein Spielertyp kommt. Wichtig wird ohnehin sein, dass wir einmal mehr als Mannschaft gut verteidigen.“ Als Linksverteidiger kehrt Fabian Holland wohl für Michael Stegmayer ins Team zurück, im Angriff dürfte Ronny König erneut den Vorzug vor Stroh-Engel erhalten.

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