Wenn die Main-Metropole auf dem Wasser ist

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Die Jugendgruppe des FRV kurz nach dem Ablegen in Niederrad.

Frankfurt - Beim Frankfurter Frauen-Ruderverein Freiweg (FRV) rudern schon lange nicht mehr nur Frauen. Männer legen sich dort genauso in die Riemen wie der Rudernachwuchs. Für letzteren engagiert sich besonders Jugendtrainer Jan-Hendrik Casper. Von Norman Körtge

Die zwölf Jahre alte Zoe und ihre drei etwas älteren Mitstreiterinnen gehen die ganze Sache äußerst routiniert an. Erst holen sie aus dem großen Lagerraum des Bootshauses an der Mainfeldstraße in Niederrad jeweils ein Ruderpaar und legen sie an den Anlegesteg. Anschließend rollen die vier den Vierer mit den Namen „Main-Metropole“ heraus, tragen in die steile Rampe zum Anlegesteg runter und lassen ihn zu Wasser. Schnell sind die Ruder befestigt, die Sitze eingestellt und die vier Nachwuchs-Ruderinnen und ihr Trainer Jan-Hendrik Casper sitzen startbereit. Mit drei, vier Ruderschlägen entfernen sie sich vom Ufer, nehmen Fahrt auf und sind rasch außer Sichtweite.

Rudern ist einfach ein toller Sport. Man ist an der frischen Luft und man beansprucht den ganzen Körper“, schwärmt Trainer Casper. Außerdem eröffne sich vom Wasser aus eine ganz andere Perspektive auf die Stadt. Mit seinen 24 Jahren gehört er, gemessen an den Ruderjahren, schon zu den alten Hasen beim Frauen-Ruderverein Freiweg. Als Viertklässler schnupperte er bei einer Projektwoche in den Rudersport hinein – und war begeistert. Kurz danach wurde er Vereinsmitglied. Seitdem ist er regelmäßig auf dem Main unterwegs – acht- bis zehnmal in der Woche trainierte er während seiner Leistungssportphase.

Die „Main-Metrople“ wird aus dem Bootshaus gerollt.

Von diesem Trainingsumfang ist die Jugendgruppe von Casper allerdings weit entfernt. „Hier steht der Spaß am Rudern im Vordergrund“, sagt er. Und diesen Spaß leben die Nachwuchsruderer in ihrer rund 60-minütigen Ausfahrt auf dem Main Richtung Innenstadt und zurück aus. Das schwierigste am Anfang sei, die Koordination zwischen Armen und Beinen hinzubekommen und den Rhythmus zu finden. „Es ist nicht so einfach wie bei einem normalen Ruderboot, wo man nur die Arme bewegt“, berichtet Casper. Die Ängste von manchen Eltern, dass es auf dem Main Main mit den großen Schiffen gefährlich sein könnte, teilt der Rudertrainer nicht. „Es ist nicht gefährlicher als im Straßenverkehr“, meint er. Dass Rudern ein Schönwettersport sei, verneint Casper ebenfalls: „Gerudert wird bei fast jedem Wetter und jeder Jahreszeit, die Bewegung hält den Körper warm und wetterfeste Kleidung schützt vor Wind und Regen.“ Lediglich aber einer bestimmten Hochwasserstufe und wenn Eisschollen auf dem Main treiben, bleiben die Ruderer an Land und quälen sich auf den Rudermaschinen im Bootshaus.

Den nächsten Jugendschnupperkurs bietet Jan-Hendrik Casper am Wochenende 16./17. Juni am Bootshaus des FRV Freiweg, Mainfeldstraße 35, an.

Die Teilnahme kostet 25 Euro, die Zielgruppe sind Jugendliche im Alter zwischen zehn und 16 Jahren. Die Teilnehmerzahl ist auf acht Leute pro Kurs begrenzt. Für Erwachsene werden ebenfalls Crash-Kurse angeboten. Mehr Infos zum Verein im Internet unter www.freiweg-frankfurt.de

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