Die bisherigen WM-Duelle

Deutschland gegen Argentinien: Historischer Rückblick

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Jens Lehmann hält den Elfmeter von Esteban Cambiasso im WM-Viertelfinalspiel gegen Argentinien bei der WM 2006. Deutschland erreichte damals das Halbfinale, verlor aber dann.

Rio de Janeiro – Das Drama von 1986, der Jubel von 1990 und das Elfmeter-Glück von 2006. WM-Spiele zwischen Deutschland und Argentinien boten schon immer hohen Unterhaltungswert. Von Axel Grysczyk 

Es ist die 84. Minute: Der Ball wird nach einem Zweikampf noch in Argentiniens Hälfte zu Diego Maradona geköpft. Lothar Matthäus hat dem argentinischen Spielmacher zu viel Raum gelassen. Der Mann mit der Zehn auf dem Rücken nimmt den Ball gar nicht an, sondern passt ihn sofort zirka 20 Meter weiter in den freien Raum. Jorge Burruchaga nimmt die Kugel auf, hat freie Bahn, läuft ungehindert auf Deutschlands Torwart Toni Schumacher zu und schiebt an ihm links vorbei zum 3:2! So wurde Argentinien 1986 Weltmeister gegen Deutschland. Ein dramatisches Spiel vor 114.000 Zuschauern im Azteken-Stadion in Mexiko-City. Die Gauchos waren nach einem kapitalen Torwart-Fehler von Toni Schumacher mit 1:0 in der 21. Minute in Führung gegangen. Bitter, weil Schumacher mit Abstand der beste Deutsche im Turnier war und der überragende Torhüter des Turniers. Doch der Kölner Keeper sprang nach einer Freistoßflanke einfach am Ball vorbei und Jose Brown nickte zum 1:0 ein. Schumacher später: „Ich hatte bis dahin keinen Ball bekommen. Da dachte mir: So, den holste dir jetzt. Das ging dann gründlich daneben.“ Jorge Valdano sorgte in der 55. Minute für das 2:0. Deutschland schien geschockt, angeknockt. Doch in der 73. Minute fiel das Anschlusstor durch Karl-Heinz Rummenigge und plötzlich war wieder Dampf drin. Deutschland drückte und wurde belohnt: Rudi Völler erzielte in der 81. Minute den Ausgleich. Doch dann folgte die 84. Minute...

Vier Jahre später standen sich beide Teams am 8. Juli wieder im Finale gegenüber. Ein schlechtes Spiel mit klaren Vorteilen für Deutschland. Andi Brehme sorgte in der 85. Minute per Elfmeter für das 1:0 und den bis jetzt letzten WM-Titel für Deutschland.

Dauergegner für Deutschland

Nach diesen beiden Finals entwickelte sich Argentinien auch in jüngster Vergangenheit zum Dauergegner für Deutschland. Bei der Heim-WM 2006 siegte Deutschland im Elfmeter-Schießen im Viertelfinale. Bis heute gilt der damalige argentinische Trainer Jose Pekerman als Buh-Mann in diesem Spiel. Nahm er doch die beiden damaligen Superstars Juan Roman Riquelme in der 72. und Hernan Crespo in der 79. Minute vom Feld. Deutschland gelang in der regulären Spielzeit durch Miroslav Klose in der 80. Minute der Ausgleich. Im späteren Elfmeterschießen hatte Jens Lehmann seinen berühmten Zettel im Stutzen mit Infos zu den jeweiligen Schützen.

Bei der WM 2010 sorgte dann die Löw-Truppe für eine Sternstunde. Mit 4:0 schlugen sie damals die hoch gehandelten Argentinier. Überragender Mann damals: Bastian Schweinsteiger. Neben dem Doppeltorschützen Miroslav Klose traf Arne Friedrich und Thomas Müller. Jogi Löw damals: „Die Mannschaft hat den Willen von Champions gezeigt. Was die Ergebnisse und die Höhe angeht, war das wirklich fast unvorstellbar vor dem Spiel. Messi kam fast nicht ins Spiel, das hat die Mannschaft perfekt umgesetzt, wir haben über das ganze Spiel hinweg kaum Fouls gemacht.“ Hoffentlich ist er nach dem Spiel am Sonntag ähnlich euphorisch.

Doch zwischen beiden Teams gibt’s noch mehr WM-Duelle: 1958 siegte Deutschland mit 3:1 und bei der WM 1966 gab es ein 0:0.

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