Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt

Walter Lehr Zweiter beim Ironman auf Hawaii

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Walter Lehr hat wieder eisernen Willen beim Ironman auf Hawaii gezeigt. Nach einer mäßigen Schwimm-Leistung holte der 75-Jährige auf der Radstrecke wieder etwas auf.

Mühlheim/Kona (Hawaii) - Es war das Jahr des Walter Lehr. Der Eisenmann aus Lämmerspiel hat nach der Vize-Weltmeisterschaft im Halb-Ironmann auch den Vizetitel über die Langdistanz auf Hawaii geholt. Von Manfred Schäfer 

Dabei ist Walter Lehr natürlich kein Profi, der so um die acht Stunden bleibt. Lehr ist 75 Jahre alt und hat die Vize-Titel in der Alterklasse über 75 Jahre geholt. Wie schon bei der Weltmeisterschaft über die Halbdistanz vor sechs Wochen in Kanada, gab’s nur einen in der Altersklasse der schneller war. Während es in Kanada noch acht Minuten Rückstand waren, waren es diesmal nur drei. Lehr: „Ich kam nach 15:35,28 Stunden ins Ziel. Klar, dass es da schon lange stockfinster war. Zwischendurch dachte ich ab und zu mal, dass ich es diesmal nicht schaffe.“

Beim Schwimmen auf eine harte Probe gestellt

Das ging schon beim Schwimmen los. Lehr erzählt: „Am Anfang des Wettkampfes gab es ein paar Probleme, bei denen ich meine Freunde zu Hause und vor Ort in Kona auf eine harte Probe gestellt habe. Ich kam erst nach zwei Stunden und 16 Minuten vom Schwimmen aus dem Wasser. Und das bei einer Cutt-off-Zeit von 2:20 Stunden.

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Das war verdammt eng. Der Grund liegt darin, dass die Strömung einen schlechten Schwimmer wie mich, immer wieder raus treibt.“ Dafür lief es beim Radfahren zumindest am Anfang besser: „Ich habe gleich einige auf der Radstrecke überholen können.“ Aber je länger das Rennen dauerte, umso mehr Probleme bekam der Ironman-Opa. Vor allem der Wind machte ihm zu schaffen: „Auf den letzten 60 Kilometern bekam ich auch noch Muskelkrämpfe.“ Den größten Teil des Marathons musste Lehr dann im Dunkeln laufen: „Gegen 18 Uhr wird es schnell dunkel. Mit einer Leuchtkette geht es weiter auf der Laufstrecke des Highways.

"Irgendwann erreicht man das Ziel"

Dort ist es stockfinster, man sieht manchmal seinen Vordermann in fünf Metern Entfernung nicht. Immer schön weiter, alles geht vorbei auch dieser Marathon.“ Und es ging auch alles vobei. Lehr: „Irgendwann zu später Stunde erreicht man das Ziel. Dort ist alles vergessen, die Arme hoch und einfach nur jubeln. Der Schmerz vergeht, aber der Stolz bleibt.“

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