Es wächst langsam etwas zusammen

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Durchgang versperrt: Tanja Kunstmann (links) und Pamela Blazek blocken einen Angriffsball in der Partie gegen Erfurt.

Bad Soden – Für die Volleyball-Damen der TG Bad Soden war es ein Saisonstart nach Maß. Zwei Siege und eine knappe Niederlage gegen Erfurt, den Meister des Vorjahres. Doch der erste Prüfstein kommt erst noch. Von Dirk Beutel

Spielertrainerin Elena Kiesling.

Allmählich entsteht etwas in der Hasselgrund-Halle. Zumindest fällt das Elena Kießling auf, wenn sie die Zuschauerränge beobachtet. Die Trainerin der Volleyball-Damen der TG Bad Soden erinnert sich noch an die 400 Besucher beim letztenHeimspiel der vergangenen Saison gegen SWE Erfurt. „Das war schon für uns eine Hammer-Kulisse und eine tolle Stimmung.“ Nicht zuletzt dank des unerwartet guten Saisonabschlusses. Mit Platz fünf in der zweiten Bundesliga erreichte die TG Bad Soden nämlich mehr als nur einen Achtungserfolg.

„Es ist schön zu sehen, dass hier langsam aber kontinuierlich etwas zusammenwächst“, sagt Kiesling. Mittlerweile kommen im Schnitt um die 200 Zuschauer zu den Heimspielen in die Hasselgrundhalle. Vor drei Jahren führte die 30-Jährige die erste Damenmannschaft von der Regionalliga zurück in die Zweite Bundesliga. Und dort wollen sie sich jetzt festsetzen. Deshalb gibt die Spielertrainerin zunächst ein eher konservatives Saisonziel heraus: „Für die TG Bad Soden muss immer der Klassenerhalt das Ziel sein.“ Wenn der allerdings geschafft ist, gilt es, sich im Mittelfeld zu etablieren. Dazu hat die Mannschaft bereits die ersten Schritte unternommen: Gegen den Vorjahresmeister VV Grimma gab es auswärts eine denkbar knappe 3:2-Niederlage (15:13 im fünften Satz), danach folgte ein 3:0 beim TV Dingolfing und zuhause besiegte man sogar Erfurt ebenfalls klar mit 3:0.

Endlich ein Sieg gegen Erfurt

Die Thüringer waren in der vergangenen Saison das einzigste Team, das die Turngemeinde nicht bezwingen konnte. „Zusammen mit Grimma war die Mannschaft einfach überragend“, sagt Kiesling. Der Sieg war also eine Genugtuung? „Der Erfurter Kader hat sich sehr verändert. Es ist nicht mehr die Mannschaft aus der vergangenen Saison“, sagt Kiesling.

Das gilt auch für Bad Soden: Fünf Abgänge, fünf Zugänge verzeichneten die Volleyball-Damen aus dem Taunus. Darunter auch die vielversprechenden Nachwuchstalente Biljana Aleksic, Pauline Schultz und Sophia Bähr.

"Es gibt nichts zu verdienen"

Neben den Punktspielen verzeichneten die Volleyball-Damen zuletzt den Gewinn des Südwest-Pokals, der für den Regionalpokal qualifiziert. Und da wartet am 28. Oktober mit dem MTV Stuttgart II ein Gegner aus der zweiten Bundesliga. „Die Vorbereitung für diese Partie wird wohl parallel zu den anderen Spielen laufen müssen“, sagt Kiesling. Dreimal die Woche trainieren die Bad Sodener, die nahezu alle voll berufstätig sind und für ihre Spiele jedes Wochenende quer durch Deutschland fahren müssen. Die Fahrt bezahlen die Spielerinnen aus eigener Tasche. Kiesling: „Das ist nicht wie im Fußball. In der zweiten Volleyball-Bundesliga gibt es nichts zu verdienen. Wenn allerdings der Verein uns wenigstens das Benzingeld zahlen könnte, wäre das schon eine riesige Entlastung für uns.“ Schließlich sind die Entfernungen in dieser Klasse nicht ohne. Wie zum Beispiel am heutigen Samstagabend, 20. Oktober. Da trifft die TG Bad Soden in Chemnitz auf die Fighting Kangaroos. Anpfiff ist um 19 Uhr.

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