Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart

Verschärfte Personalsorgen bei der Eintracht

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Der Einsatz von Alex Meier gegen den VfB Stuttgart ist noch ungewiss.

Frankfurt - Vor der Partie der Eintracht gegen den VfB Stuttgart spricht Ex-Trainer Armin Veh von einem „ganz besonderen Spiel“. Thomas Schaaf, der aktuelle Trainer der Frankfurter, will davon aber nichts wissen. Die verschärften Personalsorgen bereiten ihm mehr Sorgen. Von Peppi Schmitt  

Wir spielen nur gegen den VfB, mehr nicht“, sagt Schaaf. Für Veh hingegen ist die Partie in der Frankfurter Arena die emotionale „Rückkehr in mein Wohnzimmer“. Dort war er im Mai dieses Jahres nach drei erfolgreichen Spielzeiten tränenreich verabschiedet worden. Bei der Eintracht hatte Veh keine großen sportlichen Perspektiven mehr gesehen und unter anderem zur Begründung für den Abgang erklärt, „dass ich nicht mehr so oft den Gegnern zum Sieg gratulieren will“.

Füße gefallen ist und der ihm auch leid tut. Denn in Stuttgart ist bislang noch gar nichts zusammengelaufen, der VfB hat aktuell nur die Hälfte der Punkte erreicht wie die Eintracht. Bei jeder Niederlage des VfB wird vor allem in den sozialen Netzwerken Häme über Veh ausgeschüttet. Er trägt’s mit Fassung und Humor. „Die Leute haben ja Recht“, sagt er, „die denken doch, der ist behämmert und hat einen Vollschuss.“ Als Entschuldigung führt er an, „dass ich den Satz gesagt habe, als ich eigentlich ein Jahr Pause einlegen wollte und bevor ich wusste, dass ich nach Stuttgart gehe“.

Wiedersehen mit Veh

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Wie auch immer, als Favorit kehrt Veh nicht nach Frankfurt zurück. Auch wenn er natürlich den einen oder anderen Spieler noch ganz besonders gut kennt. „Aber das ist nicht mehr meine Mannschaft“, gibt er zu, „da sind zu viele Neue dabei, als dass ich noch einen Vorteil hätte.“ Freilich fühlt sich auch die Eintracht nicht mehr so richtig wohl in ihrer Haut nach der 1:3-Niederlage in Paderborn. „Das wird ein ganz schwieriges Spiel“, sagt Kapitän Alexander Meier, der zuletzt am 2. März in letzter Sekunde den 2:1-Siegtreffer gegen den VfB erzielt hat. Gelingt der Eintracht erneut ein Sieg, könnte sie sich schon um neun Punkte von den Schwaben absetzen und hätte wohl bis zur Winterpause mit der direkten Abstiegszone nichts mehr zu tun. Verliert die Eintracht aber, hat nicht nur der VfB wieder den Anschluss geschafft, sondern der gute Saisonstart wäre fast schon wieder verpufft. Dementsprechend konzentriert hat Trainer Schaaf seine Mannschaft unter der Woche vorbereitet. Schon am Donnerstag gab es ein „Geheimtraining“, am Freitag wieder.

Die Personalprobleme haben sich allerdings weiter verschärft. Neben den Dauerverletzten wie Kevin Trapp, Carlos Zambrano, Constant Djakpa, Joel Gerezgiher und Nelson Valdez, die allesamt in diesem Jahr nicht mehr spielen können, fallen gegen den VfB auch Johannes Flum, Timothy Chandler und Jan Rosenthal aus. Schlimmer noch: Auch Torjäger Meier hatte unter der Woche muskuläre Probleme, über seinen Einsatz kann erst kurz vor Spielbeginn entschieden werden.

Hoffnungen auf Kaderplätze

Große Variationsmöglichkeiten hat der Eintracht-Coach also nicht mehr. Offen ließ er, ob sein „Musterschüler“ Marco Russ („Er hat alle Aufgaben bis jetzt sehr gut erfüllt“) in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden wird.

Wahrscheinlich wird Stefan Aigner zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an spielen für den Braslianer Lucas Piazon, der zuletzt in Paderborn in einer schwachen Mannschaft der schwächste Spieler gewesen war. Hoffnungen zumindest auf Kaderplätze können sich auch die beiden Jungen Marc Stendera und Sonny Kittel machen. Stendera hat eine Mandelentzündung überwunden und Kittel hat nach langer Reha nach seiner dritten Knieoperation unter der Woche 90 Minuten beim Freundschaftsspiel in Rüsselsheim durchgehalten.

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