Nach der Final-Niederlage stehen die Frankfurter Footballer vor vielen Fragenzeichen

Wohin steuert die Universe?

Mit der Vizemeisterschaft krönten die Erstliga-Footballer von Frankfurt Universe die erfolgreichste sportliche Saison seit dem Aufstieg 2015. Dennoch stehen sie vor einer mehr als ungewissen Zukunft. Von Uwe Lange

Frankfurt – Nur ein paar Zentimeter fehlten dem jungen Frankfurter Nachwuchskicker Marius Duis, 7,4 Sekunden vor dem Ende, um seinen Farben den verdienten Titel zu bescheren, da man über 48 Minuten, das etwas bessere Team gegen den glücklichen Meister aus Schwäbisch Hall stellte. Aber auch Football ist und bleibt ein Ergebnissport und ein wiederholtes „hätte“ nützt im Nachhinein dem Verlierer nichts mehr. Ein sichtlich mitgenommener Universe-Cheftrainer Brian Caler wirkte in den Stunden nach dem Finale noch niedergeschlagen, mit den Wissen, eine tolle Spielzeit nicht optimal beendet zu haben, obwohl ein Mehr drin gewesen wäre. „Ich spiele auch notfalls auf dem Parkplatz vor dem Stadion wenn es denn das Endspiel ist“, konterte der Coach die Frage, ob die Vergabe des Finales 2019 nach Frankfurt ein kleines Trostpflaster sein könne.

Für den smarten US-Übungsleiter, der mit seinem kongenialen Partner, dem Defensiv-Koordinator Thomas Kösling trotz der ständigen Negativ-Meldungen aus dem wirtschaftlichen Sektor überragende Arbeit mit Stehaufmännchen-Qualitäten bewies, eine Selbstverständlichkeit immer den Sport in den Vordergrund zu stellen, keine plakativen Ausreden zu suchen.

Aber ihm, Kösling sowie Geschäftsführer Michael Schwarzer wurden Anfang der Woche die Verträge durch Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister gekündigt. Der hofft „dass es für Universe weitergeht, es liegt aber nicht in meiner Hand“, sagte der Jurist und deutete damit die vielen offenen Fragen zur Zukunft der Lilanen an. Die Mitglieder des AFC Universe e.V. haben es nun am 10. November in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Frankfurter Nordwestzentrum selbst in der Hand, ihre Zukunft zu gestalten und zu sichern. Bislang haben sich bereits mindestens drei Gruppierungen hinter den Kulissen aufgestellt, um ihre Konzepte zu präsentieren, unter anderem auch eine um den Ex-Galaxy-Manager Tilman Engel. Eine echte Herausforderungen in Kürze der Zeit den richtigen Messias zu finden, der mit Kompetenz und Glaubwürdigkeit die Erstliga-Zukunft gestaltet, die verbrannte Erde wieder ergrünen lässt. Einige Spieler wie Marco Wagner oder der Deutsch-Amerikaner John Tidwell werden den neuen Weg nicht mehr mitgehen, beide beendeten mit dem Schlusspfiff in Berlin ihre überaus erfolgreichen Karrieren, werden den Men-in-Purple auch abseits des Feldes in ihren Funktionen als Team Captains fehlen. Mit den Worten „nach 18 Jahren in diesem tollen Sport habe ich praktisch alles erreicht, es ist an der Zeit, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen“, verabschiedete sich mit Tidwell sicherlich der beste Footballer, der je in Frankfurt seit der Universe-Neugründung 2007 gespielt hatte.

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