Durch die Großstadt!

Urbanian Run in Frankfurt: Härteste Lauf der Region startet

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Beim Urbanian Run müssen die Teilnehmer auch Hindernisse wie Autos überwinden.

Frankfurt – Sie laufen über Autos, springen durch Reifen und lassen sich von keinem Hindernis aufhalten. Am Sonntag startet der kurioseste Lauf der Region. Von Jens Dörr

Wer als Mann zehn Kilometer in weniger als 41 Minuten zu absolvieren vermag, der zählt bereits zur Gruppe fortgeschrittener Hobbyläufer. Wem dies als Frau gelingt, der darf bereits auf den ein oder anderen Volkslauf-Sieg hoffen. Wenn diese Zeit für eine Teilnehmerin nach 10.000 Metern im Ziel des „Urbanian Run“ in Frankfurt aufleuchtet, bedeutet das Platz eins mit großem Vorsprung: So geschehen im vergangenen Jahr, als Laura Chacon Biebach die Premiere des ungewöhnlichen Hindernislaufs in Frankfurt gewann. Am Sonntag , 17. Mai, um 15 Uhr, am Osthafen, peilt sie beim Großstadt-Abenteuer mit 15 Hindernissen die Titelverteidigung an.

Den „Urbanian Run“ gibt es deutschlandweit seit 2014. Das Prinzip sieht Strecken von zehn oder fünf Kilometern vor, auf denen Hindernisse warten, die einem auch in der Enge der Großstadt den Weg versperren können. Wem freigeräumte Straßen und Wege zu langweilig sind, der kann als „Urbanian“, wie der Veranstalter seine Teilnehmer tituliert, über Motorhauben springen oder sich unter Brücken durchhangeln.

Es geht nur ums Durchkommen

Das werden am Wettkampfsonntag sowohl Einzelstarter als auch Teams versuchen. Fit sollte man für den „Urbanian Run“ zwar sein, die Macher empfehlen eine „gute Grundfitness im Laufen und etwas Kraft im Oberkörper“. Für die meisten geht es aber nicht um den Sieg, sondern ums Austesten eigener Grenzen und das „Finishen“ des anspruchsvollen, aber doch lösbaren Parcours. Gerade im hinteren Teil des Felds sind beim Urbanian Run daher immer wieder Hilfsaktionen an Hindernissen zu beobachten, wenn ein Teilnehmer zu scheitern droht.

Das ist bei Laura Chacon Biebach nicht zu befürchten. Die 27-Jährige aus Groß-Zimmern ist nicht nur Titelverteidigerin mit 40.48 Minuten, womit sie alle anderen Frauen deutlich hinter sich ließ. Sie weist auch eine Marathon-Bestzeit von 2.57 Stunden auf und gewann vor einigen Tagen erst den „Wings for Life“-Benefizlauf, in dem sie vom „Catcher Car“ erst nach 51 Kilometern gestoppt wurde und bei der weltweiten Veranstaltung drittbeste Frau überhaupt wurde. „Ich finde, der Urbanian Run ist mal was ganz anderes“, sagt sie, die auch schon den noch deutlich härteren „Tough Guy“ im englischen Wolverhampton durchgestanden hat. „Über Autos hüpfen darf man ja sonst nicht.“ Titelverteidiger bei den Männern ist der 33-jährige Frankfurter Florian Neuschwander, der die zehn Kilometer in 34.19 Minuten meisterte.

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