Die Eintracht muss zum FC Augsburg reisen

Unstetige SGE trifft auf Augsburger Überflieger

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Augen zu, kämpfen und würgen: Szene mit Alex Meier und Wolfsburgs Daniel Caligiuri  im Zweikampf. Am Sonntag muss die Eintracht in Augsburg antreten

Frankfurt - Am Sonntag geht’s für die Eintracht nach Augsburg. Ein schwerer Gang: Zum einen hat die SGE dort noch nie in der Bundesliga gewonnen, zum anderen bleibt die Schaaf-Truppe unberechenbar. Von Axel Grysczyk

Die Eintracht bleibt eine Wundertüte. In der bisherigen Rückrunde zeigte sie Licht und Schatten und vor allem viel Unvorhersehbares. Da führt die Truppe von Trainer Thomas Schaaf  bis zur 62. Minute mit 1:0 gegen Freiburg und geht dann mit 1:4 unter. Und dann erkämpften sie sich unter der Woche im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Wolfsburg ein 1:1-Unentschieden. Auch wenn man das Remis gegen Wolfsburg nicht überbewerten sollte, weil sich die Mannschaft von Dieter Hecking  schwach am Main präsentierte.

Gute Leistung von Hasebe gegen Wolfsburg

Und trotzdem kann die Eintracht mit den Erkenntnissen aus dem Dienstag-Spiel am Sonntag in Augsburg bestehen. Da glänzte Takashi Inui  nicht nur mit der Vorbereitung für das 1:0 durch Stefan Aigner. Der Japaner gewann auch den einen oder anderen Zweikampf und setzte mit seiner Sprint- und Laufstärke den Gegner beim Aufbau unter Druck. Auffällig war auch, wie Carlos Zambrano  der zuletzt wackligen Abwehr mehr Halt gab. Positiv war auch der Einsatzwille vonAlexander Meier, der nach der 1:0-Führung immer häufiger mit nach hinten arbeitete. Herausragend war das Stellungsspiel und die Zweikampfstatistik von Makoto Hasebe.

Marc Stendera zu unscheinbar

Doch einige Spieler offenbarten auch Schwächen. Wenn die SGE an diesen Defiziten arbeitet, ist auch eine Überraschung in Augsburg möglich. Marc Stendera  hat auf der Mittelposition im Mittelfeld Schwächen. Zu oft verliert er wichtige Zweikämpfe, häufig ist er in der Vorwärtsbewegung zu unscheinbar und kann trotz seiner Technik keine Impulse setzen. Die entscheidenden Offensiv-Aktionen werden mit Tempo von Inui oder Aigner vorgetragen. Stendera wirkt oft überfordert. Das war auch bei David Kinsombi  rechts in der Viererkette der Fall. Zunächst hatte er seine Sache gut gemacht, doch Gäste-Trainer Dieter Hecking merkte schnell, dass die SGE-Defensive über die Kinsombi-Seite zu knacken ist.

Chandler kommt zurück

Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellte er seinen Superstar Kevin de Bruyne  direkt gegen den Frankfurter Youngster. Später wechselte er Marcel Schäfer für die Position ein, der dann auch das 1:1 mustergültig vorbereitete. Kinsombi war zu diesem Zeitpunkt einfach platt. Bereits in der 75. Minute musste ihm schon ein Krampf weggedrückt werden. Doch am Sonntag sollte Timothy Chandler  nach seiner Gelbsperre wieder auf dieser Position eingesetzt werden. Schließlich geht es gegen die Mannschaft der Stunde, den FC Augsburg. Die Schwaben haben den zweitniedrigsten Etat der Liga, standen aber nach dem 1:0-Sieg gegen Dortmund am Mittwoch auf Platz vier. Trainer Markus Weinzierl  hat eine bärenstarke Truppe geformt, die mit schnellen Kontern und viel Leidenschaft die Gegner überrennt.

Augsburgs Sieg beim BVB war kein Zufall

Der Sieg in Dortmund war keine Eintagsfliege, zuvor haben die Augsburger die Teams aus Hoffenheim mit 3:1 und Gladbach mit 2:1 besiegt, die auch Ambitionen auf einen Platz im Europacup haben. Dieser Traum dürfte für die Eintracht ausgeträumt sein. Dafür spielen die Jungs mit dem Adler auf der Brust zu unstetig. Zumal es nun erstmal darum geht, Punkte zu holen. Die Eintracht wartet jetzt seit fünf Spielen auf einen Sieg, hat von 15 möglichen Punkten nur drei Zähler geholt. Aber wer im Spiel gegen den Ball teilweise immer wieder auf Schülerniveau absinkt, der ist auch nicht für Höheres berufen. Dafür gibt es in dieser Saison zahlreiche Beispiele, bei denen die Eintracht den nicht gerade übermächtigen Gegnern zig Tore gestattet – beispielsweise wie gegen Berlin, Paderborn, Stuttgart oder Freiburg. Die Vorzeichen für das Spiel am Sonntag um 17.30 Uhr stehen eher schlecht. In der bisherigen Bundesliga-Historie hat die Eintracht noch nie in Augsburg einen Punkt geholt.

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