Von wegen Abstiegskampf!

Überwintern die Lilien  auf einem Aufstiegsplatz?

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Sicherer Rückhalt der Darmstädtzer Hintermannschaft: Aytac Sulu (rechts), hier gegen St. Paulis Ante Budimir geht keinem Zweikampf aus dem Weg.

Darmstadt – Von wegen Abstiegskampf: Der SV Darmstadt 98 trifft in der letzten Partie vor der Winterpause als Tabellenzweiter der Zweiten Bundesliga im Spitzenspiel auf Tabellenführer Ingolstadt.

Nur drei Punktspiel-Niederlagen im gesamten Kalenderjahr 2014, im Sommer das „Wunder von Bielefeld“ inklusive Zweitliga-Aufstieg und im Bundesliga-Unterhaus nun schon wieder Platz zwei: Der SV Darmstadt 98 schließt am heutigen Sonntag das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte ab. Um 13.30 Uhr kommt zum Topspiel Spitzenreiter FC Ingolstadt.

In der Vereinshistorie verzeichneten die Lilien zwar zweimal den Aufstieg in die Erste Bundesliga, doch sowohl im Aufstiegsjahr 1978 als auch 1981 war die zweite Jahreshälfte durch viele Niederlagen in der Eliteklasse und später vom direkten Wiederabstieg geprägt.

Nun träumen die Fans aufgrund der bisher schon 32 Punkte aus 18 Spielen und nach den hochverdienten Auswärtssiegen am Sonntag in St. Pauli (1:0) und am Mittwoch in Sandhausen (2:1) vom zunächst völlig unerwarteten dritten Erstliga-Aufstieg. Dem könnten die 98er gegen Ingolstadt noch einmal ein Stückchen näher kommen, ehe die Spieler voraussichtlich am 9. Januar wieder ins Training einsteigen und ein Teil der Mannschaft am 10. Januar in der Frankfurter Ballsporthalle beim Frankfurt Cup auf Eintracht und FSV sowie Greuther Fürth und die Grashoppers Zürich treffen wird.

Der Erfolg der Elf von Vorarbeiter Dirk Schuster kommt derweil nicht von ungefähr: In den bisherigen 18 Partien spielte des SV 98 zehnmal zu Null – Liga-Bestwert zusammen mit dem heutigen Gegner Ingolstadt. In den vergangenen fünf Hinrundenpartien blieben die Lilien ganz ohne Gegentreffer, Torwart Christian Mathenia griff nur in einem der neun Heimspiele (beim 1:4 gegen Düsseldorf) hinter sich.

Garant für starke Bilanz: Aytac Sulu

Einer der Garanten der starken Bilanz ist Innenverteidiger Aytac Sulu, an dem sich bereits viele Stürmer des Unterhauses die Zähne ausbissen. Trotz mehrerer Gesichtsbrüche am zweiten Spieltag, Platzwunden und ausgeschlagener Zahnbrücke denkt weder der 29-Jährige noch einer seiner Neben- oder Vorderleute daran, ängstlicher in die Zweikämpfe zu gehen.

Schon Topscorer Dominik Stroh-Engel (acht Treffer) agiert als erster Verteidiger – mit dem bekannten Ergebnis. „Jeder einzelne von uns denkt noch mehr defensiv als im vergangenen Jahr“, freut sich Sulu über mitverteidigende Mittelfeldspieler und Stürmer. „Unsere Außenbahnspieler spielen je nach Situation teils sogar auf Höhe unserer Vierer-Abwehrkette. Auch sonst halten wir überall das Feld eng, machen die Räume zu und nehmen jeden Zweikampf mit hundert Prozent an“, verrät er den Darmstädter Defensivcode.

Der soll auch heute gegen die Schanzer zum Tragen kommen, wo die Darmstädter in der Hinrunde auf 2:1-Siegkurs lagen, ehe ein Fallrückzieher von Karl-Heinz Lappe in der Schlusssekunde das 2:2 brachte. Während der Heimbereich im Merck-Stadion am Böllenfalltor aus allen Nähten platzen wird, dürfte der Gästebereich trotz der überragenden Runde der Ingolstädter große Lücken aufweisen. Heimfans, die vorab keine Tickets mehr ergatterten, nutzten dies in der Vergangenheit, um – frei von Fanutensilien – doch noch ins Stadion zu gelangen.

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