Übern „grünen Tisch“ in Liga zwei?

Freud und Leid: Während ein Huskie jubelt, trösten die Löwen Torwart Boris Ackers. Foto: Hübner

Frankfurt – Wie ein Häufchen Elend kauerte Löwen-Torwart Boris Ackers auf dem Boden, denn nach 3:27 Minuten der Verlängerung im fünften und entscheidenden Spiel hatte seine Frankfurter der „Plötzliche Tod“ (Sudden Death) ereilt. Huskie-Verteidiger Engel machte das Tor. Von Uwe Lange

Während die Kasseler am vergangenen Sonntag ausgelassen den Einzug ins Eishockey-Oberliga-Finale gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim feierten, geht es für die Löwen in die Sommerpause.

In 50 Saisonspielen gingen die Löwen nur ein einziges Mal mit einer Niederlage in der normalen Spielzeit vom Eis, um dann am Ende das große Ziel Aufstieg knapp zu verfehlen. Die Verantwortlichen der Löwen machten sich auch alsbald an die Aufarbeitung der Saison und begannen zügig mit der Analyse der so abrupt beendeten Spielzeit.

„Fakt ist, dass in unserem Team die Schlüsselspieler fehlten, die in kritischen Situationen die Ruhe und den Überblick bewahren, einen Vorsprung sichern und dem Gegner gezielt den Todesstoß versetzen“, analysierte Löwen-Coach Martin Jiranek. Die augenscheinlichen Defizite seiner Jungs, gepaart mit fehlender Routine, als man nicht nur in Kassel zum wiederholten Male bis kurz vor Torschluss führte, zogen sich besonders in den engen Matches wie ein roter Faden durch die Saison. Den Trainer selbst zieht es wieder zurück in seine Heimat, da er eine Anfrage des DEL-Clubs aus Nürnberg vorliegen hat, der sein ehemaliges Idol gerne auf dem Posten des Sportdirektors sehen würde.

Fragen über Fragen auch zur Ligazugehörigkeit in der kommenden Spielzeit, da aktuell nicht einmal der Meister der Oberliga mit dem sicheren Aufstieg in die Zweite Bundesliga rechnen darf. Denkbar ist auch der Einstieg in die höhere Klasse über den „grünen Tisch“, wie Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer erklärte. Diese Option würde der Manager aus Langen auch ziehen, um der sportlich unattraktiven Klasse zu entfliehen.

Bei all den Ungewissheiten kein einfaches Unterfangen für die Löwen, neue Spieler anzusprechen und unter Vertrag zu nehmen oder alte zum Bleiben zu bewegen. Dennoch war Krämer bereits erfolgreich und konnte mehrere namhafte Cracks zum Wechsel an den Main bewegen.

Somit warten die Fans der Löwen auf finale Antworten, die meisten von ihnen würden aber den Schritt in die Bundesliga mitgehen und wahrscheinlich mit einem Dauerkartenkauf honorieren. Deren Geduld ist aber bis Mai oder sogar bis Juni gefordert, da die derzeitigen Zweitligisten bis Ende Mai ihre Unterlagen einzureichen haben und danach die Prüfung erfolgt.

Für die Löwen-Fans heißt es an diesem Sonntag ab zwölf Uhr erst einmal Abschied nehmen, wenn sich die Eishockey-Löwen im Festzelt auf der Frankfurter Dippemess bei den Anhängern für die Unterstützung mit einer stimmungsvollen Abschlussfeier bedanken wollen.

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