Noch Zuschauer für U15-Spiel benötigt

OFC-Jugend will den Weltrekord

+
OFC-Marketingleiter Frank Schwarzhaupt (rechts) macht Werbung für den Rekordversuch der U15.

Offenbach - Bei der U15-Hessenliga-Begegnung Kickers Offenbach gegen Wehen Wiesbaden will der OFC am heutigen Sonntag einen neuen Rekord aufstellen. Doch dafür müssen noch Karten verkauft werden.

Die Offenbacher Kickers sind kein normaler Verein. Einträge im Kuriositätenkabinett hat der Traditionsklub in seiner bunten Historie fleißig gesammelt. Selten beabsichtigt, zumeist aber mit hohem Unterhaltungswert. Letztes Beispiel: Das legendäre „Taschenlampenspiel“ in der Regionalliga Südwest gegen die SpVgg. Neckarelz, als der Strom ausfiel und die Fans mit Hilfe ihrer Mobiltelefone für Erleuchtung sorgten. „Wir haben kein Strom, wir haben kein Geld, wir sind der geilste Klub der Welt“, stimmten sie an. Als OFC-Fan nimmt man‘s eben mit Humor. Doch auch der „geilste Klub der Welt“ kann eine finanzielle Auffrischung gut gebrauchen. Das Insolvenzverfahren lässt grüßen. Und da Not nun mal erfinderisch macht, haben die Verantwortlichen eine Aktion ins Leben gerufen, die ihresgleichen sucht.

Die Kickers wollen einen Zuschauer-Weltrekord bei einem Spiel der C-Junioren aufstellen. „Der OFC ist unberechenbar und seine Fans sind es auch. Wenn so etwas möglich ist, dann hier“, sagt Lars Kissner, der Organisator der „Rekordjagd für eine ruhmreiche Kickers-Jugend“. Und sie sind auf einem guten Weg. Etwa 5000 Karten wurden bereits für das Hessenliga-Spiel der U15-Jugend gegen den SV Wehen Wiesbaden abgesetzt. „Nach unseren Informationen werden wir mit der Marke von 5500 bis 6000 Zuschauern am Sonntag den Rekord knacken“, sagt Marketingleiter Frank Schwarzhaupt.

Großer Verwaltungsaufwand

Hinter dem Weltrekordversuch steckt ein gewaltiger Verwaltungsapparat. „Organisatorisch lässt sich das mit einem Spiel der Dritten Liga oder Regionalliga vergleichen. Dazu kommt das Rahmenprogramm. Wir möchten unseren Besuchern ein einzigartiges Erlebnis für die ganze Familie bieten“, sagt Schwarzhaupt. Tanzgruppen, die Cheerleader und Demonstrationssportarten runden den Nachmittag ab. Auch die Profis sind mit im Boot. Ob sie tatsächlich als Einlaufkinder den Platz betreten, will das Organisationsteam noch nicht verraten.

Lesen Sie auch:

OFC tritt gegen Worms an

Medienberichte, wonach das Guinness Buch eine Offenbacher Bestmake nicht anerkennen würde, weist Schwarzhaupt zurück. „Wir haben die offizielle Bestätigung, dass wir Anwärter auf einen Weltrekord in dieser Kategorie sind.“ Voraussetzung für einen Eintrag im Guinness Buch sei allerdings, dass es sich um eine weltweit vergleichbare Leistung handeln müsse. Bedeutet: Der Herausgeber muss zunächst prüfen, ob auf den anderen Kontinenten ein ähnlicher Ligabetrieb bei den Jugendlichen angeboten wird. Bis Ende des Jahres soll der Fall geklärt sein. „Die zuständigen Gremien haben uns mitgeteilt, dass wir gute Chancen haben“, so Schwarzhaupt. Nach dem Weltrekord-Spiel werden die OFC-Verantwortlichen alle Unterlagen unter notarieller Aufsicht an das Guinness Buch schicken. „Es soll uns keiner nachsagen, dass bei uns gemauschelt wird“, betont Schwarzhaupt.

Bessere Bedingungen für Nachwuchsleistungszentrum

In den vergangenen Wochen warben die Regionalliga-Kicker für die Aktion, in dem sie mit den Fans wetteten, wie viele Tickets verkauft werden. Zu den „Wettschulden“ zählten die Reinigung von Fan-Autos oder der Eisverkauf. „Einzigartig“, sagt Lars Kissner über das Projekt, das nicht nur die klammen Kassen füllen, sondern auch den Schulterschluss zwischen Hauptverein und Profi GmbH demonstrieren soll.

Für die C-Jugendlichen des OFC, die unglücklich aus der Regionalliga abgestiegen waren, ist das natürlich eine Riesensache. „So etwas erlebt man nicht alle Tage“, freut sich Spieler Alex Okyere. Mit dem Erlös aus der Aktion sollen vor allem die Bedingungen im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) optimiert werden. „Wir wollen die Spieler noch gezielter fördern und auch mal neue Wege in der Ausbildung zu gehen“, sagt NLZ-Leiter Alfred Kaminski. Die Erfolge müssten nicht zwingend an Tabellenständen orientiert sein. „Jeder Mitarbeiter würde sich sicher darüber freuen, wenn er den einen oder anderen zukünftigen Spieler aus der ersten oder zweiten Bundesliga mitbegleiten dürfte.“ Fußball-Ikone Rudi Völler, einer der Schirmherren der ambitionierten Aktion, drückt jedenfalls die Daumen. „Die Jugendabteilung des OFC hat es mehr als verdient“, teilte der einstige Kickers-Spieler mit. zin

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare