Giraffen haben sich für die Play-offs qualifiziert

Langener Junior-Basketballer mischen die Bundesliga auf

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Trainer Fabian Villmeter erklärt die nächsten Spielzüge.

Die Basketballer des TV Langen mischen die Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) auf. Fünf Spiel-tage vor dem Ende der Hauptrunde hat sich der Neuling für die Endrunde der besten 16 Teams qualifiziert.

Langen – Rückblick: Juni 2013. Der TV Langen kämpft um die Qualifikation für die Nachwuchs-Bundesliga. Es wäre die erste Teilnahme nach zweijähriger Abstinenz. Das Spiel gegen Karlsruhe muss die Entscheidung bringen. Und die könnte dramatischer kaum sein. Drei Verlängerungen benötigt der TVL um den Kontrahenten mit einem Punkt zu besiegen. „Die Qualifikation war eine extrem hohe Hürde, an der die Mannschaft sicher ein gewaltiges Stück gewachsen ist“, blickt Trainer Fabian Villmeter zurück. „Mit etwas weniger Glück hätte es auch schief gehen können.“ Im April hatte der 33-Jährige das Team der Jahrgänge 95-98 übernommen, sie zum dritten Platz im U18-DBB-Pokal und zur NBBL-Teilnahme geführt. „Diese Zwischenerfolge“, ist er überzeugt, „haben jeden einzelnen Spieler zusätzlich motiviert, weiter an sich zu arbeiten.“

In elf Spielen nur eine Niederlage

Sieben Monate später steht der TV Langen als einer der ersten Play-off-Teilnehmer fest – und das fünf Spieltage vor Ende der Hauptrunde. Der Tabellenführer der Division Mitte kassierte in elf Spielen nur eine Niederlage und ließ namhafte Teams wie Breitengüßbach hinter sich. Dass der Neuling zu den Spitzenmannschaften der Republik zählt, mag den einen oder anderen überraschen. Nicht aber den erfahrenen Trainer. „Wir haben eine sehr gute Rollenverteilung, einen guten Teamspirit und soviel Talent, dass immer mal ein anderer Spieler der X-Faktor sein kann“, nennt Villmeter die Gründe für den Erfolg. Mal sind es die Hünen Moritz Overdick und Tom Alte, mal machen die flinken Paul Schlegel oder Jacob Merz  den Unterschied.

Verteidigen wie die Teufel

Sören Annawald ist eines der Talente in der NBBL-Mannschaft des TV Langen.

Hinzu kommt die stärkste Defensive der Liga, die gegen keinen Gegner mehr als 60 Punkte zuließ und die Vorgabe „Wir müssen verteidigen wie die Teufel“ prima umsetzte. Dass trotz des Langener Durchmarschs keiner seiner Schützlinge für das Allstar-Game am vergangenen Wochenende nominiert wurde, kann der Coach verschmerzen. Vielmehr kommen ihm die schweren Auswärtsspiele in Jena, Breitengüßbach und Würzburg gerade recht, um sich auf die Play-off-Runde einzustimmen. Dort geht es im Kreuz-Vergleich gegen die besten Teams aus dem Süden.

Langener Nachwuchsarbeit gehört zur nationalen Spitze 

Um den ganz Großen erstmal aus dem Weg zu gehen, wollen die „Giraffen“ unbedingt ihre Spitzenposition verteidigen. Dann warten namhafte Gegner wie Bayern München, Ulm, Ludwigsburg oder Titelverteidiger Urspring Akademie – allesamt Kandidaten für das Finalturnier. „Wir werden die Herausforderung annehmen und es genießen, denn es zeigt, dass wir mit unserer Nachwuchsarbeit in Langen wieder zur nationalen Spitze zählen“, sagt Villmeter. Als Leiter des Langener Basketball-Teilzeit Internats hatte er einst Nationalspieler wie Robin Benzing, Philipp Neumann oder Patrick Heckmann ausgebildet.

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Doch nach der Generation um Benzing fehlte es zwischenzeitlich an starken Jahrgängen. Vier, fünf Spielern aus dem aktuellen NBBL-Kader traut Villmeter zu, ein ähnliches Level zu erreichen. „Der Vergleich mit Robin wäre aber unfair. Ein solches Talent gibt es ganz selten. Auch bei ihm hat sich erst mit 20 Jahren entschieden, ob er Profi wird.“ Kurzfristiges Ziel sei es indes, die Eigengewächse verstärkt in den ProB-Kader der Langener zu integrieren. zin

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