Keinath und Mohr verlassen den Club

Ober-Erlenbach zurück in der zweiten Bundesliga

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Sieht seine Zukunft nicht in Ober-Erlenbach: Julian Mohr verlässt den TTC. Dort spielte der Jungprofi vier Jahre.

Bad Homburg – Ein Jahr nach dem Abstieg in die dritte Tischtennis-Liga kehrt der TTC Ober-Erlenbach in die Zweitklassigkeit zurück. Nach einer Saison, in der die Mannschaft den ärgsten Widersacher abschüttelte und vorzeitig die Meisterschaft sicherte.

„Mit voller Kraft“ – lautete das Motto der Kurstädter. Spieler, Verantwortliche und Anhänger verfolgten seit Saisonbeginn nur ein Ziel: Den direkten Wiederaufstieg in die 2. Liga. Vor dem letzten Spieltag lässt sich konstatieren: Der TTC Ober-Erlenbach hat kräftig die Muskeln spielen lassen und ist der selbst zugeschriebenen Favoritenrolle gerecht geworden. Für Johannes Herrmann keine Selbstverständlichkeit: „Die Mannschaft stand unter enormen Druck und hat diesem in fast allen Spielen standhalten können. Darauf können wir alle sehr stolz sein“, betont der Teammanager.

Nur drei Punkte musste der Meister im gesamten Saisonverlauf abgeben – alle gegen den ärgsten Rivalen aus Brackwede. Auswärts unterlag der TTC mit 4:6, in der heimischen Wingerthalle gab es ein umkämpftes 5:5-Unentschieden, das den Kurstädtern letztlich mehr half als dem Kontrahenten. „Brackwede hat uns alles abverlangt, dann aber selber gepatzt und den Weg somit für uns frei gemacht“, resümiert Herrmann.

Saisonfinale soll ausgelassen gefeiert werden

So sicherte sich der TTC bereits am vergangenen Spieltag mit dem 6:1-Sieg in Xanten vorzeitig den Titel. Während im Anschluss intern schon eine kleine Fete stieg, soll nach dem Saisonfinale ausgelassen mit den Anhängern gefeiert werden. „Jetzt wollen wir gegen Seligenstadt die Saison auch positiv zu Ende bringen“, sagt Julian Mohr, der an Position drei mit einer persönlichen Bilanz von 12:3-Siegen auftrumpfte. Auch die Nummer vier Jens Schabacker (11:3) und Spitzenspieler Thomas Keinath (17:5) behielten zumeist die Oberhand, während der an Position zwei gesetzte Dominik Scheja (5:12) erwartungsgemäß einen schweren Stand hatte. Nicht nur wegen der Doppelstärke (18:4-Siege) sieht Hermann die „geschlossene Mannschaftsleistung“ als wesentlichen Faktor für den Wiederaufstieg. Auch das Team hinter dem Team habe für die nötige Professionalität im Umfeld gesorgt.

Etat bei rund 80.000 Euro

Der erfahrene Manager und seine Mitstreiter stellen bereits die Weichen für das Zweitliga-Abenteuer, das diesmal von längerer Dauer sein soll. Nach den ersten Gesprächen mit Spielern und möglichen Neuzugängen musste die sportliche Leitung aber einen Rückschlag verkraften. Thomas Keinath gab in dieser Woche seinen Abschied zum Saisonende bekannt. Der Ex-Nationalspieler wechselt zum deutschen Vizemeister TTC Fulda-Marzabell und hinterlässt eine große Lücke bei den Kurstädtern. Der in Hanau geborene Deutsch-Slowake war in den vergangenen beiden Spielzeiten an 66 Punkten beteiligt und zählte zu den herausragenden Spielern der Liga.

Und dabei bleibt es nicht: Auch Julian Mohr verlässt den Klub. „Wir konnten seine finanziellen Forderungen leider nicht erfüllen“, sagt Herrmann. Der Jungprofi, dem lukrative Angebote vorliegen sollen, wurde Hessenmeister im Einzel und gemeinsam mit Dominik Scheja Dritter bei den Deutschen Meisterschaften im Doppel.

Um in der 2. Liga zu bestehen, muss sich der TTC also nach einer neuen starken Nummer eins umsehen. Wie in der laufenden Saison, soll sich der Etat erneut bei rund 80.000 Euro bewegen. Nachwuchsförderung, Duale Karriere und Förderung junger deutscher Talente sollen weiter im Fokus stehen. zin

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