Trotz Anfragen aus der Premier League

Sandro Wagner: Lilien-Stürmer will Darmstadt 98 treu bleiben

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Blüht beim SV Darmstadt 98 richtig auf: Lilien-Torjäger Sandro Wagner.

Darmstadt –  Sandro Wagner ist der Torgarant beim SV Darmstadt 98. Das macht ihn für Clubs aus dem Ausland interessant. Doch der Stürmer weiß, was er an der Bundesliga hat. Von Jens Dörr

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Lilien-Stürmer Sandro Wagner nimmt kaum ein Blatt vor den Mund und ist im Moment Darmstadts heißeste Ware. Es könnte sich noch massiv auf dem Lilien-Konto bemerkbar machen, dass die Südhessen den 28-Jährigen im vergangenen Sommer gleich mit einem Zwei-Jahres-Vertrag bis Juni 2017 ausstatteten. Ausgerechnet ihm, dessen Karriere spätestens bei Hertha BSC in einer Sackgasse schien. Doch Dirk Schuster gab ihm das, was sie in Darmstadt tatsächlich mehr zu bieten haben als viele reichere Vereine: Vertrauen. 

Zunächst stellte sich Wagner noch hinter Dominik Stroh-Engel an, der in vorderster Front aufgrund seiner vielen Tore in Liga drei und zwei verständlicherweise einen Bonus mitbrachte. Wagner, den ansonsten kein Erstligist ernsthaft umworben hatte, machte sich in wenigen Wochen fit. Der als ein wenig exzentrisch, auf jeden Fall aber extrovertiert geltende Angreifer stellte unter anderem seine Ernährung um, gilt seither als einer der Darmstädter Musterprofis. Und nutzte seine Chance, als er sie erhielt.

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Denn als er im September gegen Werder Bremen nach mehreren Kurzeinsätzen erstmals von Beginn an spielen durfte, nutzte er seine Chance mit einem Doppelpack prompt. Fortan war er gesetzt, schoss in der Liga bis zum 28. Spieltag zwölf Tore und erzielte einen Treffer im DFB-Pokal. Nicht nur der gute Riecher im gegnerischen Strafraum, sondern auch seine Robustheit, das Kopfball-Spiel sowie die Ballbehauptung und -weiterleitung sorgten für wieder wachsende Aufmerksamkeit gegenüber dem einstigen großen Talent des FC Bayern München und U21-Nationalspieler.

Wagners Marktwert hat sich verdoppelt

Seit Wagner vergangenen Sommer in Darmstadt anheuerte, verdoppelte sich sein Marktwert auf nunmehr 1,25 Millionen Euro. Um den Familienvater, der so oft wie möglich Frau und Kinder in München besucht, beim SV 98 loszueisen, müsste derzeit aber deutlich mehr auf den Tisch gelegt werden. Seit Wochen machen Gerüchte die Runde, Vereine der englischen Premier League seien stark an Wagner interessiert und einen zweistelligen Millionenbetrag zu zahlen bereit. Den gebe es aber wohl nur bei Klassenerhalt. Im Falle des Zweitliga-Abstiegs soll Wagners Vertrag eine Klausel beinhalten, nach der er die Darmstädter für festgeschriebene 750.000 Euro verlassen könnte.

Ob der Torjäger den Verein im Sommer aber tatsächlich darum bittet, auf die Insel wechseln zu dürfen, scheint noch keine ausgemachte Sache. „Es wäre cool, in der Premier League zu spielen. Ich muss aber nicht auf Teufel komm raus nach England“, sagt Wagner. So habe er trotz angeblicher entsprechender Anfragen im Winter darauf verzichtet, einen Wechsel durchzudrücken: „Ich hätte es vielleicht tun können, ich wollte es aber nicht.“ Überhaupt sei die Bundesliga „Wahnsinn“. Was den Lilien Hoffnung machen könnte: „Kein Deutscher, der in der Bundesliga spielt, muss unbedingt nach England.“ Und wenn doch, würden die Vereine aus der reichsten Liga der Welt den 98ern das gewiss mit einer berauschenden Ablösesumme für die Null-Euro-Verpflichtung des Vorsommers versüßen.

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