Mit Köpfchen spielen

Trendsport Headis: Hecht-Köpfer an der Platte

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In der Sporthalle der TU Darmstadt wird jede Woche mit vollem Körpereinsatz an der Tischtennisplatte trainiert.

Region Rhein-Main –Headis, ein Mix aus Tischtennis und Fußball, findet immer mehr Anhänger. Auch an der Technischen Universität Darmstadt wird schon fleißig geköpft und gehechtet. Von Fabienne Seibel 

Um Headis zu spielen, braucht man nicht viel. Nur eine Tischtennisplatte mit Netz, einen 100 Gramm schweren Gummiball, und los geht‘s. Dabei gilt es, den Ball mit dem Kopf auf die gegnerische Hälfte zu spielen. Wie beim Tischtennis werden beim Headis zwei Sätze bis elf gespielt. Das Berühren der Platte ist dabei mit allen Körperteilen erlaubt, was spektakuläre Hechtsprünge mitten auf oder neben der Platte möglich macht.

„Beim Headis ist voller Körpereinsatz gefragt“, sagt Dominic Lehnert. Die Begeisterung für Headis hat der 21-jährige Student der TU Darmstadt vor über einem Jahr entdeckt. „Im Hochschulverzeichnis habe ich gelesen, dass Headis bei uns an der Uni angeboten wird. Ich war direkt neugierig und wollte es gleich ausprobieren. Wegen dem hohen Spaßfaktor bin ich dann dabei geblieben“, sagt Lehnert. Nun trainiert er jede Woche mit einer Gruppe Headis-Spieler, nimmt an Turnieren teil und baut seine Technik weiter aus.

Körperliche Fitness von Vorteil

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Laut dem Mathe-Student kommt es bei der Trendsportart vor allem auf körperliche Fitness, einen gesunden Rücken und gute Beinarbeit an. „Um bei den schnellen Ballwechseln mithalten zu können, muss man flink sein und eine gute Kondition haben. Die Meisten von uns haben ständig blaue Flecken an den Beinen von den Sprüngen auf die Platte.“ Simon Hofmann, ebenfalls Headis-Spieler in Darmstadt, ergänzt: „Beim Spiel gehört auch immer ein bisschen Glück dazu, weil man den Ball mit dem Kopf nicht so genau platzieren kann wie zum Beispiel beim Tischtennis.“

Zum Sport gehören auch spezielle Wettkampfnamen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hofmann tritt als „AndieKante“, Lehnert als „Headtrick Kluivert“, eine Namensabwandlung des ehemaligen niederländischen Fußballspielers Patrick Kluivert, an. „Neben den einfachen Regeln mag ich an Headis auch, dass man spontan losziehen und eine Runde spielen kann. Ein Ball und eine Tischtennisplatte sind schnell gefunden.“

Spaß im Vordergrund

Besonders gut gefällt den beiden Studenten, dass der Sport weniger leistungsorientiert ist und der Spaß im Vordergrund steht. Ehrgeiz haben die 21- und 30-Jährigen trotzdem entwickelt. „Wir wollen, über den Hochschulsport hinaus, ein organisierter Verein werden. Damit hätten wir mehr Möglichkeiten, uns weiter zu entwickeln und die Sportart als solche noch populärer zu machen“, sagt Hofmann.

Eine Art Spielsaison gibt es beim Headis nicht. Stattdessen gibt es eine landesweite Serie von zehn bis zwölf Turnieren im Jahr. Die bei den Turnieren gesammelten Punkte werden in der Headis-Cup- Wertung gelistet. Jedes Turnier erhält je nach Teilnehmerzahl ein bis fünf Sterne, die dann mit der von jedem Spieler erreichten Punktzahl multipliziert werden. Das nächste große Turnier steht für die Darmstädter Ende Juni in Göttingen an. „Dann werden wieder blaue Flecken gesammelt“, sagt Lehnert.

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