Jenny Schulz trainiert auf Lanzarote

Friedrichsdorferin hat den Ironman im Blick

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Auf dem Rad ist Jenny Schulz schnell unterwegs, beim schwimmen hat sie noch Defizite.

Friedrichsdorf – Zum ersten Trainingslager des Jahres hat es Jenny Schulz auf die kanarische Insel Lanzarote verschlagen. Dort will die in Friedrichsdorf lebende Ausdauersportlerin die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison schaffen.

Ihr großes Ziel: Die Teilnahme an der Iron-man-Weltmeisterschaft der Triathleten über die Halbdistanz in Las Vegas.

Jenny Schulz fühlt sich auf der Laufstrecke am wohlsten.

Jenny Schulz gibt sich keinen Illusionen hin. „Reich wird man mit meinem Sport sicher nicht“, sagt die Power-Frau. Im Duathlon dominierte sie in denvergangenen Jahren die Konkurrenz auf nationaler Ebene, als Triathletin erzielte sie beachtliche Ergebnisse über die Halbdistanz, den so genannten 70.3-Wettkämpfen. Trotz aller Erfolge kann sie alleine vom Ausdauersport nicht leben. „Das können nur die weltbesten Vollprofis“, sagt die 29-Jährige. Ohne Sponsoren und Förderung des Verbands ist sie alleine auf die Preisgelder angewiesen. Die reichen, um die Kosten für Wettkämpfe und Trainingslager in etwa ausgleichen. Mehr nicht. Doch um Geld geht es ihr auch nicht. „Wer den Sport macht, muss ihn lieben und leben“, sagt Schulz, die Teilzeit in Frankfurt arbeitet.

Der Job war es auch, der sie von ihrer Heimatstadt Frankfurt an der Oder nach Hessen brachte. Zehn Jahre liegt der Umzug nun zurück. Duathlon oder Triathlon spielten damals für sie noch keine Rolle. Doch nach einem kurzen Intermezzo beim FFC Frankfurt entschied sich Schulz für den Ausdauersport.

Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft

Anfänglich mit Zehn-Kilometer-Läufen, dann kam das Radfahren hinzu. 2006 bestritt sie ihren ersten Duathlon, 2010 und 2011 wurde sie deutsche Meisterin. Ihr größter Erfolg im internationalen Vergleich datiert ebenfalls aus dem Jahr 2011: Die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Spanien.

Als klassische Duathletin will Schulz aber nicht abgestempelt werden. Die Wettkämpfe sieht sie als gute Vorbereitung für den Triathlon – wenn da das Schwimmen als dritte Disziplin nicht wäre. „Beim Schwimmen habe ich nach wie vor die größten Defizite und muss viel investieren“, sagt Schulz. Das erfordere eine Menge Geduld. „Und die habe nicht“, fügt sie schmunzelnd an. Auf der Laufstrecke fühlt sie sich nach wie vor am wohlsten. Auch aus praktischen Gründen. „Laufen geht überall und ohne großen Aufwand“, sagt Schulz, die im heimischen Taunus ideale Bedingungen vorfindet. Mit dem Radfahren sei es schwieriger, wenn es die Trainingsgruppe mit rücksichtslosen Autofahrern zu tun bekommt.

Bis zu 30 Stunden Training in der Woche

Zwischen 20 und 30 Stunden trainiert die Athletin des Vereins Skills 04 Frankfurt in der Woche, feilt an Kraft und Ausdauer. Dazwischen ist Regeneration angesagt – für Körper und Geist. Das 14-tägige Trainingslager auf der kanarischen Insel hat sie in zwei Etappen aufgeteilt: Eine Woche Laufen, eine Woche Radfahren. An diesem Wochenende will Schulz beim Lanzarote Duathlon ihren Vorjahrestitel verteidigen. Im Frühjahr stehen dann weitere Wettkämpfe an, ehe der Saisonhöhepunkt für die 29-Jährige näher rückt. Im September wird in Las Vegas die Ironman-Weltmeisterschaft über die Halbdistanz ausgetragen, für die sich Schulz unbedingt qualifizieren will.

Bei der EM der 70.3-Athleten im Vorjahr in Wiesbaden erreichte sie den neunten Platz. Irgendwann, lässt sich Schulz entlocken, könnte auch die volle Distanz für sie ein Thema werden. Doch damit lässt sie sich noch etwas Zeit. „Zwischen 30 und 40 ist man schließlich im besten Triathlon-Alter.“ zin

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