Schaaf-Nachfolger

Dynamisch, jung und offen: Eintracht Frankfurt auf Trainersuche

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Wer soll´s werden? Um die Nachfolge von Thomas Schaaf kursieren einige interessante Namen. Etwa das Eintracht-Urgestein Alexander Schur, der Leverkusener Sascha Lewandowski oder der Ex-Schalke-Trainer Jens Keller (von links).

Frankfurt – Eintracht Frankfurt steht nach einem Jahr Thomas Schaaf ohne Trainer da. Das Stellenprofil ist klar definiert und die Gerüchteküche brodelt schon. Von Peppi Schmitt

Wie vor einem Jahr ist die Frankfurter Eintracht wieder auf Trainersuche. Damals folgte auf den erfahrenen Armin Veh der nicht minder erfahrene Thomas Schaaf. Der ist nun auch wieder Geschichte. Über die Gründe wurde viel diskutiert und spekuliert, was bleibt ist, dass Schaaf nach einer ordentlichen Saison um die Auflösung seines Vertrages gebeten hat. Und die Eintracht nun innerhalb kürzerer Frist einen neuen Übungsleiter finden muss. Dabei scheint klar, dass die Frankfurter sich diesmal anders orientieren werden, als in der jüngeren Vergangenheit, weg von den „Old school“-Fußballehrern, die im vergangenen Jahrzehnt mit Ausnahmen durchaus gute Arbeit geleistet haben. Vor Schaaf und Veh waren das ja Friedhelm Funkel, Michael Skibbe und für eine gewisse Zeit Christoph Daum. Nicht erst jetzt suchen die Frankfurter einen Trainer aus der jüngeren Generation. Zur Erinnerung: Schon vergangenes Jahr war Roger Schmidt der absolute Favorit, entschied sich aber dann für Bayer Leverkusen. Der Frankfurter Manager Bruno Hübner wird eine ähnliche Richtung bei der Suche einschlagen. Ein Trainer wie Schmidt soll es sein, einer mit einer klaren Spielidee, durchaus offensiv, aber auch in der Defensive klar strukturiert. Jung, dynamisch, aber auch locker und offen. Mit einer guten Ansprache an die Mannschaft, aber auch mit einer gewissen Ausstrahlung in der Öffentlichkeit. Über allem steht: Der Trainer muss auch zur Mannschaft passen.

Spielerische Klasse verloren gegangen

Gerade das ist nicht ganz so einfach bei der Eintracht. Denn durch die Wechsel vor einem Jahr, den Abgängen von Pirmin Schwegler, Sebastian Rode und Sebastian Jung, war nicht nur spielerische Klasse verloren gegangen, sondern auch die Hierarchie. In der gerade abgelaufenen Saison war nie so richtig klar, wer das Sagen im Team hatte. Der neue Trainer wird sich da klar positionieren müssen. Er muss die Autorität haben, die Spieler zu führen, sie mitzunehmen auf einem klaren taktischen Weg. Die Eintracht braucht zu Beginn der Saison sicher keinen besonderen Motivator, wie Bruno Labbadia in Hamburg.

Auf den ersten Blick kommt Sascha Lewandowski dem Anforderungsprofil am nächsten. Er ist erfahren, hat ja gemeinsam mit Sami Hyypiä Bayer Leverkusen vor zwei Jahren in die Champions-League geführt, gilt aber dennoch als unverbraucht. Zuletzt hat er als Jugendkoordinator bei der Werkself gearbeitet. Was ja auf Frankfurt passen würde wie die Faust aufs Auge, denn die Eintracht würde sich eine Fortsetzung der engen Verzahnung zwischen Talenten und Profis wünschen, die Schaaf eingeleitet hat.

Sascha Lewandowski, Alexander Schur oder Jens Keller?

Im Grunde ein ähnliches Profil wie Lewandowski weist die interne Lösung Alexander Schur auf. Mit einem gravierenden Unterschied freilich: Der Frankfurter U19-Trainer hat als Trainer noch nicht in der Bundesliga gearbeitet, dafür als Profi gespielt. Im Jugendbereich hat er unterschiedliche Aufgaben mit Bravour gelöst, die U17 zur Deutschen Meisterschaft geführt, die U19 vor dem Abstieg bewahrt. Nicht wenige stellen sich die Frage: Wenn Schur jetzt kein Kandidat ist, wann dann? Über die Jugendarbeit ist auch der dritte Kandidat, Jens Keller, ins große Trainergeschäft eingestiegen. Beim VfB Stuttgart hat der ehemalige Eintracht-Profi die B-Jugend gecoacht, wurde dann Chef beim VfB und zuletzt bei Schalke 04. Dort hat er bewiesen, dass er mit einer schwierigen Mannschaft umgehen kann. Keller ist kein Lautsprecher, aber durchaus ein guter Kommunikator. Lewandowski und Schur hat er voraus, dass er schon in der Bundesliga gespielt und trainiert hat. Möglichkeiten gibt es für die Eintracht genügend. Und vielleicht zieht der Manager auch noch einen Überraschungskandidaten aus dem Hut.

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