Interview mit SV Darmstadt Trainer

Lilien-Coach Dirk Schuster: So führte er das Team zum Erfolg

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Darmstadts Trainer Dirk Schuster hat derzeit gut lachen. Die Lilien sind auf Erfolgskurs.

Darmstadt - Viel wird in diesen Tagen und Wochen vom sensationellen Aufschwung des SV Darmstadt 98 gesprochen, der auf dem Durchmarsch in die 1. Liga hoffen darf. Maßgeblichen Anteil daran hat Trainer Dirk Schuster. Im Interview verrät er dem EXTRA TIPP das Erfolgsgeheimnis. Von Jens Dörr 

 

Herr Schuster, der SV 98 hat seit Ihrem Amtsantritt stetige Fortschritte gemacht. Inwiefern geschieht das durch ein forderndes Mannschaftstraining automatisch?

Je höher das Anspruchsniveau innerhalb des Trainings ist und damit zwangsläufig auch die Qualität der Einheiten, was bei uns auch mit den Sommerneuzugängen zu tun hat. Um so größer ist die Entwicklung bei den einzelnen Spielern. Wenn die Anforderungen höher werden, muss ich mich als Spieler entweder weiterentwickeln oder ich falle ab. Wir haben unseren Spielern diese Entwicklung zugetraut und bisher erfüllen sie den Anspruch, den sie sicher auch an sich selbst hegen, vollkommen.

Auf welche Weise fördern das Trainer-Team und Sie die Spieler des SV 98 individuell? 

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Kommunikation. Wir geben keinem Spieler Merkzettel mit, die ihm seine Defizite aufzeigen, sondern das ergibt sich aus der Trainingsarbeit und den Spielanalysen. Wir teilen den Spielern dann mit, in welchem Bereich es individuell Nachholbedarf gibt, so dass sie sowohl an ihren Schwächen arbeiten, aber auch ihre Stärken ausbauen können. Entwicklung ist immer ein zweischneidiges Schwert, da man neben der Verbesserung von Schwächen nie vergessen darf, auch die eigenen Stärken weiter zu fördern. Dabei bieten wir den Spielern vielerlei Hilfsstellungen im regelmäßigen Dialog.

Ein Trumpf der Mannschaft ist ihre sehr gute körperliche Verfassung. Wie haben Sie die Mannschaft dorthin gebracht?  

Das A und O ist es, in der Vorbereitung die Grundlagen für die Saison zu schaffen. Insbesondere bei diesen intensiven Einheiten, versuchen wir die Spieler mit ins Boot zu nehmen und perfekt auf die Spielzeit vorzubereiten. Dabei ist ein Fitness-Trainer, der auch bei der Heranführung von zuletzt verletzten Spielern wesentlich beteiligt ist, mittlerweile Gang und Gäbe und äußerst wichtig im modernen Fußball. Auf dem Platz arbeiten wir möglichst viel am Ball und mit intensiven Spielformen – auch in der Vorbereitung. Aber genauso gehören auch mal ein Waldlauf oder Konditionseinheiten dazu. Wichtig ist es, die richtige Balance zu finden.

Wie sehr profitieren Sie im Rahmen Ihrer täglichen Arbeit von den Erfahrungen, die Sie durch ihre Fußball-Lehrer-Lizenz gemacht haben?

Nach den Grundlagen und kurzen Einblicken in die Trainingslehre in den vorherigen Lehrgängen habe ich beim Erwerb der Fußball-Lehrer-Lizenz die Zusammenhänge und Inhalte richtig kennengelernt – was enorm wichtig für mich gewesen ist und mir bei der täglichen Arbeit sehr hilft.

Inwieweit sind Sie als Trainer auch als Psychologe gefordert? Wie wirken Sie derzeit zum Beispiel auf Dominik Stroh-Engel ein, der sich in einem kleinen Loch zu befinden scheint?  

Die psychologische Komponente spielt im Fußball sicher eine große Rolle. Wir als Trainer-Team versuchen, auf die Spieler einzugehen, uns auch in ihre Lage zu versetzen, die Spieler zu verstehen. Da ist es natürlich von Vorteil, dass wir früher selbst als Spieler aktiv waren und auf der anderen Seite des Tischs saßen und gewisse Dinge nachempfinden können. Dementsprechend können wir auf verschiedene Situationen, Gedankengänge und Gefühle der Spieler eingehen. Dominik Stroh-Engel ist in einem Alter, in dem er mit jeder Situation selbst sehr gut umgehen kann, aber wie bei jedem anderem Spieler auch gibt es immer wieder Gespräche mit ihm. Wir messen ihn nicht nur an Toren, was ihm nicht gerecht werden würde. Er hat auch in den vergangenen Spielen stark für die Mannschaft gearbeitet

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