Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer im Interview:

„Clayton Beddoes war für uns ein Fehlgriff“

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Stefan Krämer ist mit der aktuellen Eishockey-Saison bislang hoch zufrieden. Sein Wunsch: Aufstieg in Liga zwei.

Frankfurt – Seit dem ersten Tag der Neugründung der Löwen Frankfurt GmbH im Jahr 2010 ist Stefan Krämer deren Geschäftsführender Gesellschafter. Kurz vor dem Jahreswechsel zieht der 42-jährige Kaufmann aus Langen die Bilanz eines aufregenden Jahres für das Frankfurter Eishockey. Von Uwe Lange

Die Löwen starten mit einem Heimspiel gegen Essen am Freitag, 4. Januar, um 19. 30 Uhr in die Meisterrunde der besten acht Teams der Oberliga West.

Wie fällt sowohl die wirtschaftliche als auch die sportliche Bilanz des Jahres 2012 aus Ihrer Sicht aus?

Da wir solide planen, sind im wirtschaftlichen Bereich wenig negative Überraschungen möglich. Wir haben sehr erfreuliche Rücklagen gebildet, die wir bis heute unberührt ließen. Wir arbeiten auch in dieser Saison voll kostendeckend und werden, wenn wir in die Playoffs kommen, auch im dritten Jahr Gewinn machen. Aus sportlicher Sicht war die zurückliegende Saison sehr enttäuschend, die Mannschaft falsch zusammengestellt, Trainer Beddoes für uns ein Fehlgriff. Daraus resultierend sind wir nicht in die Playoffs gekommen und haben alle Derbys verloren. In der laufenden Saison sind wir sportlich voll im Soll. Wir haben einen Top-Trainer und unsere Mannschaft hat alle Möglichkeiten.

Was war aus Ihrer Perspektive die wichtigste, schwerste und emotionalste Entscheidung?

Profisport ist Emotion pur. Wir wollen Erfolg: Für unsere Fans, für unsere Sponsoren und das auf wirtschaftlich gesunder Basis. All dem gerecht zu werden ist sehr schwer. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man alle Entscheidungen auf die rationale Ebene herunter bricht, um die bestmögliche für uns zu treffen, denn das Wohle der Löwen steht über Allem. Auf alle von Ihnen genannten Punkte trifft wohl das Ausscheiden von Michael Bresagk als sportlicher Leiter zu.

Was wird die Löwen-GmbH anders als der Vorgänger Lions machen?

Wir investieren nicht nur in die Spieler, sondern auch in unsere Infrastruktur. Wir betreiben aktive Markenarbeit, sowohl mit unseren eigenen Mitteln, als auch in Zusammenarbeit mit unseren Sponsoren. Wir pflegen einen zeitgemäßen, offenen Dialog mit unseren Fans und wollen allen ein verlässlicher Partner sein: Unseren Fans, unseren Sponsoren und auch der Stadt Frankfurt. Das was passiert ist, wird sich nicht wiederholen.

Was muss sich wirtschaftlich in Frankfurt ändern, damit die Löwen wieder mittelfristig im ‘Konzert der Großen’ mitspielen können?

Wir müssen jeden Tag hart arbeiten, dann werden wir kontinuierlich Erfolg haben. Unser Vorgänger hat viel ‘verbrannte Erde’ hinterlassen. Diese Altlast zu bewältigen war und ist schwer. Wir sind jetzt im dritten Jahr unseres Bestehens und erzielen mittlerweile beachtliche Erfolge, da die von uns angesprochenen Unternehmen beginnen, an unsere Vision und unser Konzept zu glauben. Die Löwen beginnen wieder Attraktivität auszustrahlen und das macht uns sehr stolz.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in 2013 über Ihre Löwen lesen?

Die Löwen begeistern in der meist ausverkauften Eissporthalle mit ihrer Art Eishockey zu spielen und steigen verdient in die Zweite Liga auf.

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