Kein Doping?

Tony Martin und John Degenkolb starten beim Traditionsrennen um den Henniger Turm

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Der Radklassiker startet erneut in Eschborn. Tausende Jedermänner und mehr als 20 Profiteams treten in die Pedale.

Region Rhein-Main – Die Meldungen bei Breiten- und Spitzensportlern übertreffen das Vorjahresniveau und die TV-Präsenz wird alle Rekorde toppen: Der Radsport-Boom ist zumindest beim 1. Mai-Traditionsrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ ungebrochen.  Von Jens Dörr

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Dass der Spitzensport mit den strammen Waden in schöner Regelmäßigkeit von unsäglichen Dopingfällen erschüttert wird, ist bei „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ offenbar kein Thema. Auf die jüngste Beichte von Lance Armstrong angesprochen, meinte Cheforganisator Bernd Moos-Achenbach bei der Pressekonferenz am Donnerstag: „Armstrong ist doch eine alte Kamelle!“ Das Rennen durch den Taunus und Frankfurt sei bodenständig geblieben und habe sich durch Ehrlichkeit und Konstanz seinen guten Ruf erarbeitet. Es profitiere in gewisser Weise sogar von der Gesamtkrise des (Spitzen-) Radsports: Weil andernorts Rennen gestrichen würden, wollten mehr und mehr Teams zum Start nach Eschborn und am Feiertag letztlich an der Alten Oper einfahren. „23, 24 Profimannschaften“ würden es laut Moos-Achenbach diesmal am Ende wieder sein.

Tony Martin und John Degenkolb dabei

 Das Gros der Topteams und -fahrer bleibt noch ein Geheimnis. Sicher sind aber die Teilnahmen von Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, der lange in Eschborn wohnte, und dem in Frankfurt lebenden John Degenkolb, der beim hessischen Radklassiker bereits einmal die Nase vorn hatte. Nicht müde werden die Macher aber zu versichern, dass es eben nicht nur um den Spitzensport, sondern auch die Jedermänner und die Jugend gehe.

Mehr als 2000 Anmeldungen eingegangen

Für das Jedermann-Rennen – in Abgrenzung zu „Hobbyrennen“ dürfen hier auch Fahrer mit einer C-Lizenz starten – sind bereits mehr als 2000 Anmeldungen eingegangen. Unter ihnen ist auch Christine Riese: Die gebürtige Bad Homburgerin fährt für den dortigen Radsportclub, der auch Veranstalter des „Kurpark-Rennens“ ist. Nicht nur bei diesem Event sausen aber die Rennräder durch die Stadt vor der Höhe: In diesem Jahr kehrt der Radklassiker nach Bad Homburg zurück. Auf der Prachtstraße Kaiser-Friedrich-Promenade wird gesprintet.

Die letzten Bilder vom Inneren des Henniger Turms

Die letzen Bilder vom Henninger Turm

Riese, die viermal wöchentlich im Sattel sitzt und beruflich als Krankenschwester arbeitet, wird zum zehnten Mal am Jedermann-Rennen des Radklassikers teilnehmen. Erfahrungen aus Rennen in den Alpen bringt sie mit, meint aber: „Der Feldberg ist unter Rennbedingungen auch keine Kleinigkeit. Man will ja nicht als Letzter drüberkommen.“

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