Todsichere Technik bringt Erfolg

+
So wird‘s richtig gemacht: Daniel Köberle (violetter Gürtel) mit seinem Trainer Richard Grasse.

Groß-Zimmern – In jeder Sportart gibt es Überflieger. Im Karate darf man den Groß-Zimmerner Daniel Köberle einen solchen nennen. Erst 15 Jahre alt ist der Gymnasiast und bereits zweimaliger Mitteldeutscher Meister seiner Altersklasse. Von Jens Dörr

Den violetten Gürtel machte er in der Hälfte der üblichen Zeit, als Co-Trainer des Karate-Vereins Dieburg ist er für manche Kinder schon ein großes Vorbild. Als nächstes Ziel hat er seine zweite Verteidigung des mitteldeutschen Meistertitels im Blick.

„Daniel ist ein ausgeglichener Karateka, der weder auf Kata noch Kumite spezialisiert ist“, sagt Richard Grasse, Vorsitzender des Karate-Vereins in Dieburg und Trainer von Köberle.

Was für Laien erstmal nicht ganz klar erscheinen mag und sich so erklärt: Neben den Wettkämpfen in der Kata – alleine oder zu dritt wird dabei in einer vorgegebenen Choreografie gegen imaginäre Gegner gekämpft und die gezeigten Techniken vom Kampfgericht benotet – gibt es im Karate noch das Kumite. Dabei kämpfen meist zwei Karatekas gegeneinander, wobei die Angriffe vor dem Körper des Kontrahenten gestoppt werden müssen. Das orientiert sich an Vorgaben aus dem traditionellen Karate. Es gibt auch Varianten, bei denen Körperkontakt erlaubt ist und die Kämpfer Schutzausrüstung tragen.

Generell ist zu unterscheiden zwischen dem traditionellen Shotokan-Karate (Verband DJKB) und dem moderneren Koshinkan-Karate, dem auch der Karate-Verein Dieburg angehört.

Vom Leichtathleten zum Karateka

Köberle also beherrsche sowohl den Formenlauf Kata als auch den Kampf Kumite, zeigt sich sein Trainer Grasse begeistert. Mitteldeutscher Meister allerdings – 2010 in Beerfelden, 2011 in Dieburg – war der 15-jährige Zimmerner in der Kata. „Ich werde beides weitermachen, Kumite macht mir aber etwas mehr Spaß“, sagt Köberle etwas überraschend.

Eigentlich war der Jugendliche zunächst Leichtathlet beim TV Groß-Zimmern, später auch beim ASC Darmstadt. Obwohl er im Langstreckenlauf recht erfolgreich war, widmete er sich – neben Fitness-Studio und Trompetespielen – vor drei Jahren der japanischen Kampfkunst. „Ich hatte damals ein bisschen Stress mit ein paar Leuten“, sagt er augenzwinkernd, will das aber nicht als alleinige Motivation verstanden wissen, weshalb er mit dem Sport Karate begann. Ein Buch mit dem Titel „Philosophie des Karate“ weckte sein Interesse dann vollends.

„Man braucht beim Karate keine Riesenkräfte, wenn man seine Schnelligkeit richtig einsetzt“, sagt Daniel Köberle und Trainer Richard Grasse pflichtet ihm bei. Faszinierend sei daneben die Dynamik und Vielseitigkeit der Kampfkunst.

Nächstes sportliches Ziel von Daniel Köberle ist der dritte Sieg bei den Mitteldeutschen Meisterschaften im kommenden Februar.

Kommentare