An der Platte alles geben

Tischtennis: Ober-Erlenbach kämpft um Klassenerhalt

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Beweist sich immer wieder als starker Rückhalt für Ober-Erlenbach: Youngster Dominik Scheja feuert sich an.

Bad Homburg – 1992 spielte der TTC Ober-Erlenbach noch in der Kreisklasse. Jetzt schickt sich der Tischtennis-Klub aus der Kurstadt an, die Qualifikation für die eingleisige Zweite Bundesliga zu meistern.

Wer sich von den letzten zwei oder drei Tabellenplätzen fernhält, sichert die Klasse. So sieht es in den meisten Sportarten aus. In der Zweiten Tischtennis-Bundesliga ist das in dieser Spielzeit anders. Platz fünf ist das große Ziel. Grund ist die Einführung der eingleisigen zweiten Liga ab der Saison 2014/2015, für die sich nur die besten fünf Teams der Nord- und Südstaffel qualifizieren. Die übrigen Mannschaften treten in der neu geschaffenen Dritten Bundesliga an.

„Der Klassenerhalt wäre für uns eine ganz große Nummer“, sagt Johannes Herrmann, Manager des TTC Ober-Erlenbach. Und die Chancen stehen nicht schlecht. Denn der Aufsteiger rangiert aktuell auf dem fünften Platz, drei Minuspunkte vor dem 1.FC Köln. Die „einkalkulierte Auftaktniederlage“ beim Ligakrösus Borussia Dortmund haben die Ober-Erlenbacher abgehakt. Die volle Konzentration gilt dem Heimspiel am Samstag (Beginn ist um 18 Uhr) gegen den Tabellennachbarn TTC Herne. „Als letztjähriger Erstligist ist Herne für uns eine große sportliche Herausforderung“, sagt Klub-Sprecher Wieland Speer. „Wenn alle fit sind, ist ein Unentschieden möglich.“ In Dortmund trat Spitzenspieler Thomas Keinath stark erkältet an die Platte und kassierte seine zweite Einzel-Niederlage in 17 Spielen.

Unentschieden und Herne – das passt zusammen. Im Hinspiel entführte Ober-Erlenbach beim 5:5 überraschend einen Punkt – die Initialzündung für den weiteren Saisonverlauf. Es folgten fünf Siege bis zum Ende der Hinrunde und der Sprung auf den fünften Tabellenplatz. „In der Rückrunde wollen wir versuchen ähnlich erfolgreich zu sein, auch wenn es ganz schwierig wird“, sagt Herrmann.

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Die Planungen laufen für beide Ligen, denn zur Meldefrist am 15. März dürfte noch keine Entscheidung über die Klassenzugehörigkeit gefallen sein. Selbst eine Niederlage in Herne wäre kein Beinbruch. Der TTC verfolgt mittelfristige Ziele. „Wir wollen uns stetig weiterentwickeln und versuchen, die Defizite zu minimieren“, sagt Speer. Dies gelte für den sportlichen und den organisatorischen Bereich. Dort habe der Klub zuletzt einen großen Sprung nach vorne gemacht. „In der Liga spüren wir großen Respekt gegenüber unserem Team, auch wegen der professionellen Präsentation unserer Bundesligaspiele“, sagt Speer.

Durch weitere Maßnahmen soll das Projekt auf solide und vor allem nachhaltige Füße gestellt werden. So wurde kürzlich eine Spielbetriebsgesellschaft gegründet, die als professioneller Dienstleister den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb rund um das Bundesliga-Projekt abwickelt. Eine Trainingsgruppe in Kooperation mit dem Hessischen Tischtennis-Verband ist ebenfalls geplant. Diese soll dann als wichtige Säule zum Bundesstützpunkt Frankfurt agieren und das bestehende Konzept mit der Eliteschule des Sports, der Carl-von-Weinberg-Schule, dem Olympiastützpunkt Hessen und dem Haus der Athleten erweitern. „Dazu müssen aber auch die Finanzen stimmen“, betont Herrmann. Neben den Zuschauereinnahmen sollen Gelder aus weiteren Partnerschaften mit regionalen Unternehmen generiert werden. Mit 300 Besuchern im Schnitt liegen die Kurstädter in der Liga an der Spitze. zin

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