Thomas Dröll über Basketball und das richtige Training

Neuer Trainer der Rhein-Main Baskets im Interview

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Thomas Dröll beim Training mit den Rhein-Main Baskets. Während er die nächste Übung erklärt, hören Kapitänin Nelli DIetrich (rechts), Svenja Greunke und der Rest der Mannschaft zu.

Die Rhein-Main Baskets haben einen neuen Trainer. Nach Klaus Mewes steht künftig Thomas Dröll bei den Baskets an der Seitenlinie. Wie er die Chancen der Mannschaft einschätzt und was ihm als Trainer wichtig ist, verrät er im EXTRA TIPP-Interview. Von Fabienne Seibel

Was sind Ihre Ziele als neuer Trainer der Rhein-Main Baskets?

Ich will über den Tellerrand hinaus schauen und Neues wagen. Ich bin ein akademischer Trainer, der die vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten auslotet und nutzt.

Was bedeutet das konkret?

Als Trainer muss man immer schauen, was ins Team passt. Ich will gemeinsam mit den Spielerinnen herausfinden, wie sie es schaffen, an ihr Potential zu kommen. Da die Mannschaft in der vergangenen Saison oft Verletzungspech hatte, will ich unter anderem die Belastungsmöglichkeiten der einzelnen Spielerinnen stärken.

Was ist Ihnen als Trainer besonders wichtig?

Mir geht es um Basketball pur, aber das allein reicht nicht aus. Ich suche immer nach dem sogenannten „in between“, also nach Details, die eine Mannschaft ausmachen und mit denen sie sich vom Rest der Liga unterscheiden oder abheben. Sie machen den Unterschied. Mit begrenzten Ressourcen wie zum Beispiel einem kleinen Kader ist es eine Überlegung wert, ob man immer wieder dasselbe oder vom selben mehr machen soll. Aktuelle Erkenntnisse der Sport- und Trainingswissenschaft sollten in die tägliche Trainingsarbeit mit einfließen.

Die Rhein-Main Baskets sind, im Vergleich zu den anderen Teams, ein kleiner Verein. In Sachen Spieler und Gelder gibt es nur begrenzte Möglichkeiten. Worin sehen Sie dabei die Schwierigkeit?

Kleinere Vereine wie die Baskets sind Keimzellen, aus denen sich der Basketball in Deutschland entwickelt. Das Gute ist, dass Spieler und Aktive sehr viel Engagement zeigen, um alles möglich zu machen. Genau darum geht es: Alles was möglich ist, muss aktiviert werden. Als Trainer ist es meine Aufgabe, kleine Besonderheiten aus einzelnen Spielerinnen herauszuholen und einen kleinen Hebel zu finden, der eine große Wirkung hat. Außerdem ist Vieles auch Kopf-und Einstellungssache.

Inwiefern?

An dem Spruch „Im Kopf beginnt der Erfolg“ liegt viel Wahres. Beim Training geht es nicht nur um dribbeln, passen und werfen, also nur um den Basketball an sich. Das metale Training ist ebenso wichtig und genauso trainierbar wie Muskeln, ein guter Wurf oder Ausdauer. Man muss lösungs- und handlungsorientiert denken und auch spielen. Wenn man nur mit sieben Spielerinnen bei einem Auswärtsspiel antritt, kann man von vorneherein den Kopf in den Sand stecken oder man denkt sich, lass uns doch mal sehen, was wir zu siebt alles schaffen können.

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Wie sieht Ihr Training mit den Rhein-Main Baskets in den kommenden Wochen und auch während der Saison aus?

Die Trainingseinheiten müssen an das Team angepasst werden. Es bringt nichts, irgendein Konzept durchzuboxen, wenn es nicht zur Mannschaft passt. Wir müssen uns besser kennenlernen, aufeinander eingehen, auf einen gemeinsamen Nenner kommen und herausfinden, was uns als Team ausmacht. Ich arbeite nicht nach Schema A oder B. Die Spielerinnen sollen so fit gemacht werden, dass sie möglichst lange und schnell laufen können und noch mehr lernen, Situationen zu erkennen und darin Chancen wahrzunehmen. Es gibt auch mal den Einsatz von anderen Trainingsgeräten. Außerdem soll auch der Kopf über Gedächtnis- und mentales Training fit gehalten werden.

Was wollen Sie gemeinsam mit der Mannschaft erreichen?

Ich verspreche keine Erfolge, sondern eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit. Das Ziel sollte sein, das Training im Teamsport so zu individualisieren, um im Spiel als Ganzes zu handeln. Auch die Rhein-Main Baskets können Anwärter auf den Meisterschafts-Titel sein. Man muss sich abheben und etwas anderes machen als die Menge.

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