Tennis ohne Schläger aber mit einem gelben Ring

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Ringtennis-Trainer Steffen Wink fordert den Nachwuchs schon mal mit kurz geworfenen Ringen.

Hofheim – Grundringe, Drallringe, Tellerringe – Anna Domscheit aus Diedenbergen beherrscht die Wurftechniken mit dem gelben Moosgummiring nahezu perfekt. Im Schülerbereich gehört sie zu den besten Ringtennisspielern in Deutschland. Von Norman Körtge

Es ist halt einfach was anderes“, lautet die einfache Begründung von Anna Domscheit, warum sie Ringtennis spielt. Seit zirka fünf Jahren macht die Zwölfjährige beim TV Diedenbergen den Sport mit dem gelben Ring – und das zuletzt äußerst erfolgreich. Im vergangenen Jahr ist sie Deutsche Schülermeisterin im Doppel geworden. Und wurde damit für ihren Trainigsfleiß belohnt.

Mehr Infos zum Ringtennis auf der Internetseite des Ringtennis-Verbandes.

In 99,9 Prozent aller Traingsstunden ist Anna da“, berichtet Trainerin Helga Pauly-Gegenheimer. Sie war es, die 1989 Ringtennis mit nach Diedenbergen brachte, nachdem sie es auf dem Landesturnfest kennen gelernt hatte. „Ursprünglich wurde Ringtennis auf Decks von Kreuzfahrtschiffen gespielt“, erzählt Pauly-Gegenheimer. Ab Anfang der 30er Jahre wurde es dann auch vermehrt an Land populär.
Vom Prinzip her ein einfacher Sport. Alles was benötigt wird, ist ein Spielfeld und ein Netz ähnlich beim Badminton – und ein zirka 220 Gramm schwerer Moosgummiring mit etwa elf Zentimeter Durchmesser im Inneren.

Anna Domscheit hat ein Händchen für das Spiel mit dem gelben Ring.

Der Ring wird mit einer Hand gefangen und in einer durchgehenden Bewegung mit der selben sofort wieder abgeworfen“, erklärt Trainer Steffen Wink und macht dabei eine kreisförmige Bewegung mit dem rechten Arm. Der Ring muss nach dem Abwurf zunächst aufsteigen – schmettern ist verboten – und darf während des Fluges nicht wackeln. Mit dem Ring in der Hand darf nicht gelaufen werden.
Je geübter die Spieler, um so schneller wird so eine Ringtennis-Partie, die entweder im Einzel, Doppel oder Mixed ausgetragen wird. Die Wurf- und Fangtechnik ist dabei das A und O. „Telleringe werfen ist vergleichbar mit Frisbee werfen“, sagt Wink, während beim Drallring dem Sportgerät noch ein gewisser Effet mit auf den Weg gegeben wird. Das Ziel ist klar: Der Ring soll im gegnerischen Feld landen. Dass dabei voller Körpereinsatz gefragt ist, zeigen Anna Domscheit und ihre Mitspieler in der Diedenberger Sporthalle. Mehr als einmal rutschen sie jeden Dienstagabend auf ihre Knien entlang. Zehn aktive Spieler gibt es zurzeit in Diedenbergen. Wenn es nicht Winter ist, wird Ringtennis unter freiem Himmel auf dem Sportplatz gespielt. Dort finden im Juni auch die Hessischen Meisterschaften statt.

Beim TV Diedenbergen wird Ringtennis dienstags von 18.30 bis 20 Uhr gespielt. Helga Pauly-Gegenheimer ist unter (06198) 7765, Steffen Wink unter (06122) 587727 erreichbar.

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