Vorentscheidung schon Ende Mai

Sportklettern kämpft um die Teilnahme bei den Olympischen Spielen

+
Dramatik und Kraft: Sportklettern könnte zur Olympischen Disziplin werden. Aushängeschild ist unter anderen der zweimalige Boulder-Weltmeister Dmitry Sharafutdinov.

Region Rhein-Main – Sportklettern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das ist offenbar dem Internationalen Olympischen Komitee nicht verborgen geblieben und hat Sportklettern auf die Bewerberliste für die Olympischen Spiele 2020 gesetzt. Von Dirk Beutel

Kraft, Dynamik, Adrenalin, Körperbeherrschung: Seit vergangener Woche läuft der Weltcup-Zirkus für die weltbesten Kletterer in der Disziplin Bouldern: Mit dabei ist Jan Hojer von der Sektion Frankfurt des Deutschen Alpenvereins (DAV) im Landeskader Hessen. Hojer zählt derzeit zu den stärksten Boulderern in Deutschland. Der 21-Jährige wurde im vergangenen Jahr Dritter beim Weltcup in Vail/USA und erreichte Platz fünf bei der Kletter-Weltmeisterschaft 2012 in Paris- Bercy.

Auch Ringen ist auf der Bewerberliste

Hojer gehört neben Thomas Tauporn, dem amtierende Vize-Weltmeister in der Gesamtwertung, zu den deutschen Aushängeschildern des Sportkletterns mit seinen Disziplinen Lead (mit Seil), Bouldern (Klettern in Absprunghöhe) und Speed (Duell auf Schnelligkeit).

Der Kampf gegen den Berg oder die Wand: Seit das traditionelle Ringen aus der Riege der olympischen Sportarten ausgeschlossen wurde und sich neu beweisen muss, haben sieben andere Sportarten Morgenluft gewittert und kämpfen derzeit darum, Teil der Olympischen Spiele zu werden. Darunter die junge erlebnisorientierte und ambitionierte Disziplin Sportklettern.

Sportklettern wäre etwas völlig Neues

Schon Ende Mai will das Internationale Olympische Komitee einen der acht Bewerber empfehlen. Bis dahin müssen sich die Sportarten präsentieren. Durchsetzen muss sich das Sportklettern gegen Base- und Softball, Karate, Wushu, Rollersports, Wake-Boarding und Squash.

Lesen Sie außerdem:

Olympia-Aus: Aufschrei bei den Ringern

Extremkletterer Stefan Glowacz über Abenteuerlust, Risiko und das Scheitern

Christian Klaue, Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes, beobachtet den Wettbewerb um den Platz für die Sommerspiele 2020 diplomatisch: „Wir fördern und unterstützen alle Sportarten gleich.“
Wolfgang Wabel, Präsident des Europäischen Kletterverbandes, hingegen sieht durchaus Chancen für seine Sportart: „Die vertikale Dimension ist bisher bei Olympischen Spielen überhaupt noch nicht abgedeckt. Dazu kommt, dass Sportklettern keine Variante eines anderen Sports ist, sondern tatsächlich eine neue Sportart.“

Ungebrochener Zulauf bei den Mitgliederzahlen

Weiterer Vorteile: Bei einer Fernsehübertragung, können „spektakuläre Bilder von den Athleten eingefangen werden, die die immense Dynamik Kletterns rüberbringen“. Auch das Reglement, dass vielen Zuschauern beim Ringen unverständlich war, stellt sich übersichtlich dar. „Derzeit liegt ein Konzept vor, das vorsieht, dass der Beste der Gesamtwertung aus Lead, Bouldern und Speed die Goldmedaille bekäme“, sagt Wabel.

Und noch ein Plus: Die Mitgliederzahlen kennen weltweit auch nur den Weg nach oben. In den vergangenem Jahren verzeichnet der Deutsche Alpenverein Jahr für Jahr Zuwächse zwischen drei und fünf Prozent. „Kein anderer Verband in Deutschland verzeichnet einen derartigen Zulauf. Dieses Jahr werden wir das millionste Mitglied ausrufen“, freut sich Wabel.

Kommentare