Erwartungshaltung niedrig

Taunus Wild Hogs: Schlechte Bedingungen und Pech

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Der Kader ist klein und vom Verletzungspech dezimiert: Die U20-Mannschaft der Wild Hogs.

Friedrichsdorf/Königstein – Die Wildscheine sind los. Erstmals starten die Taunus Wild Hogs mit drei Mannschaften in die Saison – und sind wieder der Underdog. Und richtig heimisch fühlen sich die Inlinehockey-Spieler auch nicht. Schuld daran ist die ungeklärte Hallenfrage.

Seit Jahresbeginn haben die „Wildschweine“ Zuwachs bekommen. Neun Neulinge haben sich der Spielgemeinschaft aus Friedrichsdorf und Kronberg angeschlossen. Darunter auch drei Mädchen, die bei den Inlinern eher zur Ausnahme gehören. Auch die Kooperation mit der Philipp-Reis-Schule (PRS) trägt Früchte. Mittlerweile sind es mehr als 20 Schüler, die regelmäßig auf Torejagd gehen. Allerdings nicht in der modernen PRS-Halle, sondern in der kleinen Schulsporthalle der Peter-Härtling-Schule. Auch die „Wild Hogs“ sind dort untergebracht. „Das ist ein klarer Nachteil“, moniert Spielertrainer Valentin Nickolai  mit Blick auf die „schlechten Trainingsbedingungen“. So dürfen sich die Spieler dort zwar auf ihren Rollen bewegen, müssen aber mit leichteren Gummipucks spielen und können nicht einmal die Handballtore entfernen.

Suche nach Spielstätte geht weiter

Die beschwerliche Suche nach einer passenden Übungs- und Spielstätte geht also weiter. Dabei wäre die Lösung aus Sicht von Nickolai naheliegend. „Die Halle in der PRS wäre ideal.“ Problem: Der Kreis stuft die Halle als nicht rollsporttauglich ein – die Inliner müssen draußen bleiben. Eine Einschätzung, die bei Nickolai auf Unverständnis stößt: Da die Halle rollstuhlsporttauglich gebaut wurde, muss diese gemäß der Dokumente des Bundesinstituts für Sportwissenschaften auch rollsporttauglich sein, meint er und will alsbald das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen. Ein Schreiben der Stadt Friedrichsdorf, die den Inlinern ihre Unterstützung bei der Hallensuche zusagt, will er dann vorlegen. Ob sich die Entscheider auf Kreisebene einsichtig zeigen? „Vielleicht haben wir ja Glück“, betont Nickolai. Für die „Wild Hogs“ wäre dies auch mit einer deutlichen finanziellen Entlastung verbunden. Ihre „Heimspiele“ tragen sie in dieser Saison im knapp 20 Kilometer entfernten Assenheim aus. In einer Halle, die den Vorschriften des Verbands entspricht, aber erstmal bezahlt werden muss. Zu den Mietkosten von knapp 1700 Euro gesellen sich Gebühren für Lizenz, Schiedsrichter und mehr. „Den Großteil tragen die Spieler selber, weil wir dies mit unseren Mitgliedsbeiträgen natürlich nicht stemmen können“, sagt Nickolai.

Erwartungshaltung ist niedrig

Entsprechend niedrig ist auch die Erwartungshaltung für die neue Spielzeit. „Erfahrung sammeln und Spaß haben“, heißt es für die U16 in der Landesliga, die ihre ersten drei Spiele verlor, sich dabei aber gut verkaufte. „Wenn wir vor dem Tor noch etwas entschlossener sind, sollte der eine oder andere Sieg möglich sein“, sagt Nickolai. Ähnlich sieht die Ausrichtung beim neu gegründeten Herrenteam in der Regionalliga aus, die im Juni ihren Spielbetrieb aufnimmt. Am schwierigsten dürfte die Aufgabe für die U20-Bundesligamannschaft der Wild Hogs werden. Einige Spieler fehlen verletzt, andere sind zu den Herren aufgerückt. Mit einem Rumpfteam soll dennoch Platz vier und damit die Play-Off-Teilnahme gesichert werden. „Wir haben gute Chancen, solange die Kondition und der Wille unseres kleinen Kaders nicht ausgehen“, sagt Nickolai. Mit Alexander Thielmann, Benedikt Klose, Saskia Settler und Nico Paetzold  stehen immerhin vier Nationalspieler im Kader.

Die erste Bewährungsprobe wartet am morgigen Sonntag, beim ersten „Heimspieltag“ in Assenheim. zin

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