Inline-Hockey der Taunus Wild Hogs

Torfrau Saskia Settler soll ins Nationalteam

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Saskia Settler steht im Tor der Taunus Wild Hogs. Jetzt ist die U16-Spielerin in den Nationalkader berufen worden.

Friedrichsdorf/Kronberg – Fast im Minutentakt klingelt es im Tor der Taunus Wild Hogs. Vor allem die U16- Mannschaft zahlt in ihrer ersten Bundesliga-Saison viel Lehrgeld. 16 deutliche Niederlagen stehen für die Inlinehockey-Spieler zu Buche. Siege: Fehlanzeige.

Doch ausgerechnet die Torhüter haben sich in den Fokus der Nationalmannschaft gespielt – darunter auch ein Mädchen.

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Alleine unter pubertierenden Jungs? Für Saskia Settler kein Problem. Die Torhüterin der Taunus Wild Hogs fühlt sich wohl in ihrer Rolle. Sie gibt dem Team Rückhalt, muss häufig die Fehler der Feldspieler ausbügeln. In der U16-Mannschaft hat die Kronbergerin damit alle Hände voll zu tun. Spieltag für Spieltag feuern die überlegenen Bundesliga-Konkurrenten Schüsse im Akkord auf ihren Kasten ab. Da muss sich die 16-Jährige häufiger allein gelassen vorkommen. Den Spaß am schnelllebigen Spiel auf Rollen hat sie deshalb aber nicht verloren. Trotz der 161 Gegentore in 16 Spielen, die der Bundesliga-Neuling bisher hinnehmen musste. Trotz der empfindlichen Pleiten gegen die Frankfurt Mainprimaten (0:13 und 2:17) oder dem 1:15 gegen die OSV Speedbears nimmt Settler die Sache sportlich. So habe sie immerhin genügend Gelegenheiten, sich zu bewähren.Einladung zum Nationalmannschaftslehrgang

Mit Erfolg. Kürzlich erhielt die Teenagerin eine Einladung zum nächsten Nationalmannschaftslehrgang der Juniorinnen. Eine eigene Liga gibt es im weiblichen Nachwuchsbereich nicht. Die Mädels verteilen sich auf Jungen-Teams, mit dem Ziel, in die Nationalauswahl berufen zu werden. Settler kann ihr Glück kaum fassen. „Ich war total überrascht und hätte nicht gedacht, dass ich gleich in meiner ersten richtigen Liga-Saison so eine Chance erhalte.“ Doch Nationaltrainerin Cornelia Elspass überzeugte die Torhüterin am Rande des Turniers in Assenheim, dass sie sich vor den männlichen Kollegen nicht zu verstecken brauche. „Das war natürlich ein zusätzlicher Ansporn für mich“, gibt sie zu ,„ich bin sehr gespannt, welches Niveau mich dort erwartet.“

Saskia Settler hat die Nominierung verdient

Der Lehrgang wird aller Voraussicht nach im Herbst in Düsseldorf stattfinden. Dort soll auch entschieden werden, in welcher Auswahlmannschaft sie zum Einsatz kommt. Entweder bei der U16 oder bei der U20. Bei den Taunus Wild Hogs hat sie in beiden Altersklassen bereits ihre Erfahrungen gesammelt. Zuletzt hütete sie das Tor beim Bundesliga-Spiel der U20 gegen Mannheim. „Saskia hilft gelegentlich oben aus und macht ihre Sache sehr gut“, sagt Trainer Valentin Nickolai: „Sie arbeitet fleißig im Training und ist mit voller Konzentration bei der Sache.“Nach Benedikt Klose, Stammtorwart der U20, ist Settler das zweite Mitglied der Wild Hogs, das den Sprung ins Nationalteam geschafft hat. Klose bestritt bereits mit der U19-Auswahl den Nations-Cup in der Schweiz. Der Friedrichsdorfer hat einen großen Anteil daran, dass die U20 der Wild Hogs eine passable Rolle in der Liga spielt. Zuletzt zog der Taunus-Klub gegen den Vizemeister aus Frankfurt zweimal mit 3:4 den Kürzeren. In der Tabelle rangieren die Wild Hogs auf dem vierten Platz. „Saskia und Benedikt haben sich in den vergangenen Monaten toll entwickelt und die Nominierung verdient“, sagt Nickolai. Weitere „Wildschweine“ in der Nationalmannschaft sollen folgen. zin

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