Ungünstiger Zeitpunkt: Am Sonntag geht’s nach Wolfsburg

Streit beim FFC: Adler tritt zurück

Der kam unvorbereitet! Die Spielerinnen dürfte der plötzliche Rücktritt von Bodo Adler wundern. Hier Dzsenifer Marozsan. F.: dpa

Helle Aufregung beim 1. FFC Frankfurt ausgerechnet kurz vorm vorentscheidenden Spiel um die erneute Champions-League-Qualifikation am Sonntag in Wolfsburg. Von Manfred Schäfer

Frankfurt – Da hat der erste Vorsitzende Bodo Adler für einen Knaller gesorgt: „Ich trete zum 30. April von meinem Amt zurück.“ Grund: Querelen innerhalb des Vorstands. Adler: „Ich habe die Reißleine gezogen. Es hat schon lange mit einer der Vizepräsidentinnen gebrodelt. Ich dachte immer, das lässt sich bereinigen. Aber es war nicht mehr möglich. Bevor ich jemanden rauswerfe, habe ich mich zum Rücktritt entschlossen.“

Seit 2010 führte Adler den Verein, wurde erst im letzten Dezember wieder gewählt: „Da dachte ich noch, es gibt eine Lösung. Aber weder die Vorstandskolleginnen, noch Siggi Dietrich konnten da was machen.“

Der Manager bedauert den Rücktritt sehr: „Es war immer eine gute Zusammenarbeit. Ich halte vor allem den Zeitpunkt für ungünstig.“ Nach dem Spiel in Wolfsburg geht’s am Mittwoch nach Rosengard in Schweden zum ersten Viertelfinale in der Champions League. Adler: „Ich glaube nicht, dass mein Rücktritt Auswirkungen auf die Leistung der Mannschaft hat.“

Adler wird bei den beiden Spielen die Delegation des FFC anführen: „Was danach kommt, ist nicht mehr meine Sache. Dann bin ich nur noch Fan.“ Fan ist er aber jetzt auch schon und hofft deshalb auf einen Sieg in Wolfsburg. Den will natürlich auch Trainer Matt Ross: „Unsere Zielsetzung ist klar. Wir wollen nicht taktieren, sondern mit drei Punkten nach Frankfurt zurückkehren.“ Ein Sieg wäre die halbe Miete, bei dann fünf Punkten Vorsprung auf die drittplatzierten Wölfinnen. Aber auch mit einem Unentschieden könnten die Frankfurterinnen gut leben, würden ihren Zweit-Punkte-Vorsprung halten.

Manager Siggi Dietrich ist sicher: „Das Kräftemessen mit unserem größten Konkurrenten im Kampf um die angestrebte Champions-League-Qualifikation läutet die entscheidende Phase der Saison ein. Zudem ist es höchste Zeit, auch mal wieder ein Spiel in Wolfsburg zu gewinnen.“

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