Stammziehen im Schottenrock

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Los, los, los: Matthias Feist (von links), Moritz Gärtner, Christian Schröder und Olaf Schwöbel feuern Stefan Müller beim Baumstammziehen an.

Hofheim – Fassrollen, Baumstammziehen oder -werfen, Gewichtweitwurf: Highland Games sind nur etwas für starke Jungs – oder Handballer. Der „Clan in Black“ aus Hofheim war am vergangenen Wochenende bei den Mainland Games in Rüsselsheim dabei. Von Julia Renner

2006 waren die fünf Männer erstmals bei Highland Games im Hunsrück dabei. Allerdings sehr spontan und ohne Training. „Ein Freund hatte gefragt, ob wir mitmachen wollen“, erzählt der 43-jährige Stefan Müller. Seitdem sind sie dabei geblieben und haben ihren eigenen Clan, also ihr eigenes Team, gegründet: Den „Clan in Black“.

2007 waren sie zum ersten Mal bei den Mainland Games in Rüsselsheim am Start. Seitdem sind sie immer dabei. Beim Wettkampf am vergangenen Wochenende haben sie den zwölften Platz gemacht. 30 Clans hatten insgesamt mitgemacht. Mit dem Ergebnis sind die Spieler absolut zufrieden: „Damit haben wir uns um drei Plätze im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert“, sagt Olaf Schwöbel, der 40 Jahre alt ist.

Olaf Schwöbel beim Steinewerfen.

Für den Clan steht der Wettkampfgedanke nicht im Vordergrund. Für die zwölf Disziplinen – unter anderem Gewichthochwurf und Baumstammslalom – üben sie denn auch kaum. Erst eine Woche vor den Spielen fangen sie an zu trainieren. Dafür spielen alle regelmäßig Handball. Und das ist auch ein gutes Training, sagt Müller.

Viel mehr als der Sport an sich, ist dem Clan die Atmosphäre bei den Spielen wichtig. Ein Konkurrenzdenken gibt es nicht. Deshalb feuert auch jeder jeden an. Man kennt sich und freut sich darüber, wenn es einer der anderen Spieler schafft, einen 110 Kilo schweren Klotz auf ein Podest zu schleppen.

Dass sie das wohl nie schaffen werden, ist für den Hofheimer „Clan in Black“ in Ordnung. Bei manchen Disziplinen fehle ihnen schlichtweg die Masse. „Dafür können wir Übungen gut, bei denen Schnelligkeit wichtig ist“, sagt Olaf Schwöbel. Das Handball-Training mache sich dabei dann bezahlt. Am meisten freuen sich die Mitglieder des „Clan in Black“ Matthias Feist, Moritz Gärtner, Christian Schröder, Olaf Schwöbel und Stefan Müller sowieso auf das Feiern nach dem Wettkampf – mit viel Musik und so manchem kalten Guinness-Bier.

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