Stärke durch das magische Dreieck

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Duell der Kapitäne: Eintrachts Pirmin Schwegler setzt sich gegen Dortmunds Sebastian Kehl durch. Deutlich zu sehen beim Frankfurter: Der mit elf Stichen genähte Cut über seinem linken Auge, den er sich gegen Nürnberg zuzog. Foto: Hübner

Frankfurt – Nach Leverkusen, Hoffenheim, Hamburg, Nürnberg und Dortmund jetzt gegen den SC Freiburg: Zum ersten Mal in dieser Saison geht die Frankfurter Eintracht am Sonntag (15. 30 Uhr) als Favorit ins Spiel. Von Peppi Schmitt

Also das bisher schwerste Spiel der Saison, schwerer als gegen den Meister Borussia Dortmund? Trainer Armin Veh kann über solche Journalistenfragen nur lächeln. „Ja, es wird ein schweres Spiel, weil alle Bundesligaspiele für uns schwer sind“, sagt er, „aber schwerer als gegen Dortmund? Das kann niemand wirklich behaupten.“

Denn natürlich habe der Meister mehr individuelle und mannschaftliche Qualität als die Freiburger, die am Mittwoch Werder Bremen mit 1:2 unterlegen waren. Die Eintracht will dem Gegner genauso beikommen wie bisher allen anderen auch, mit schnellem, offensivem und mutigem Spiel.„Keiner weiß, ob das immer klappt“, sagt der 51 Jahre alte Trainer, „aber wir wollen es immer versuchen“. Eine andere Spielweise würde seine Mannschaft auch gar nicht beherrschen. Diese aber schon, wie Meister Dortmund am vergangenen Dienstag leidvoll erfahren musste. Nach dem spektakulären 3:3 sprach nicht nur Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler von einer „magischen Nacht“.

Angst, seine Spieler könnten wegen den nachfolgenden Lobeshymnen vieler Fachleute –Meistertrainer Jürgen Klopp: „So gut habe ich die Eintracht noch nie gesehen“ – zur Überheblichkeit neigen, hat der erfahrene Coach keine. Es gebe beim Training „keinerlei Anzeichen“ für eine Selbstüberschätzung, sagt er, „wir werden alle hübsch bescheiden bleiben“. Aber dennoch die sportlichen Herausforderungen weiter offensiv angehen. Der Klassenerhalt bleibe das Ziel der Eintracht, sagt Veh, „aber wenn wir mehr erreichen können, nehmen wir mehr.“ Um darüber zu spekulieren, sei es aber noch viel zu früh.

Den Fans des Klubs sei das Träumen aber durchaus erlaubt. Die Eintracht schwimmt in diesen Tagen und Wochen auf einer Erfolgswelle, so waren schon am Donnerstag für das Spiel gegen Freiburg trotz des ungeliebten Termins am Sonntagnachmittag mehr als 45.000 Karten verkauft.

Aller Voraussicht nach werden die Frankfurter mit ihrer eingespielten Mannschaft in die Partie gehen können. Olivier Occean, der gegen Dortmund wegen einer Oberschenkelzerrung gefehlt hatte, steht wieder im Training und soll wieder spielen. „Wir gehen sicher kein Risiko ein“, sagt Veh, „aber wenn er fit ist, wird er spielen“. Es ist auch diese Eingespieltheit, die neben der individuellen Klasse vor allem des „magischen Dreiecks“ im Mittelfeld mit Pirmin Schwegler, Sebastian Rode und Takashi Inui, die aktuelle Stärke der Frankfurter ausmacht.

Vom ersten Tag der Vorbereitung an, hatte Veh die heutige Stammformation zusammenspielen lassen, abgesehen von den Innenverteidigern Bamba Anderson und Carlos Zambrano, die erst später dazugekommen sind. „Jeder kennt die Laufwege des anderen, die Spieler wissen einfach, was sie zu tun haben“, sagt der Trainer.

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