Auf dem Sprung zum DM-Titel

+
Monika Henning mit Trainer Günter Gleitsmann (weißes Hemd) und Boris Gleitsmann.

Rödermark – So erfolgreich waren sie schon lange nicht mehr. Die Leichtathleten vom MTV Urberach räumten bei den Hessenmeisterschaften mehrere Titel und Medaillen ab. In einer Woche wollen sie bei den Deutschen Meisterschaften nachlegen. Vor allem Monika Henning hat gute Titelchancen. Von Andreas Einbock

Auf der Tartanbahn liegen zehn Tennisbälle in einer Linie verteilt. 2,60 Abstand liegen zwischen ihnen. Mit kräftigen Sprungschritten landet Monika Henning abwechselnd mit dem linken und rechten Fuß auf Höhe der gelben Filzkugeln. „Kommt hin. Und du hast vorher noch gedacht, dass die zu weit auseinander sind“, sagt Trainer Günter Gleitsmann zu Henning, die bereits wieder zurück an den Start geht. Grund zum Zweifeln hat die Urberacherin allerdings nicht. Erst vor zwei Wochen hat die 44-Jährige mit 5,24 Meter einen neuen Landesrekord in der Altersklasse W45 aufgestellt. Zudem im Hochsprung (1,50 Meter) und über 100 Meter (13,75 Sekunden) souverän gesiegt.

Trotz Pausen immer noch an der Spitze

Bei all dieser Dominanz betrachtet die Projektmanagerin ihren Sport als Hobby. Das ABC der Leichtathletik hat Henning beim TSV Heusenstamm gelernt. Vor zehn Jahren wechselte sie zum MTV Urberach. Zwischenzeitlich habe sie sogar öfter mal ausgesetzt. Nur die Ungewissheit, ob sie es noch kann, trieb sie immer wieder auf die Bahn – und in die Sandgrube. In die springt die drahtige Athletin am liebsten.

In dieser Disziplin holt Henning auch im Fünfkampf, zu dem neben dem Weit- auch der Hochsprung, Kugelstoßen sowie 100 und 800 Meter zählen, die meisten Punkte. So war es auch vor drei Wochen beim Wettkampf im thüringischen Gera, als sie als erste Sportlerin in ihrer Altersklasse die 4000er-Grenze geknackt und mit 4129 Punkten einen neuen deutschen Rekord aufgestellt hat.

Medaille ist das Ziel

Monika Henning mit Trainer Günter Gleitsmann (weißes Hemd) und Boris Gleitsmann.

Beeindruckender wird diese Leistung angesichts der Trainingsbedingungen. Denn auf dem Sportgelände hinter der MTV-Turnhalle sucht man vergeblich eine 400-Meter-Rundbahn.

„Wir bekommen jedes Jahr von Bürgermeister Kern eine Bahn versprochen, aber es wird und wird nichts draus“, sagt Trainer Gleitsmann, der Henning zum 800-Meter-Lauf auf den asphaltierten Feldweg neben dem Sportplatz schicken muss. Henning nimmt das locker. Alle 100 Meter sei eine Markierung am Rand und wenn‘s etwas hoch und runter geht, sei das auch ein besonderes Training. Die Laufdistanz liege ihr sowieso nicht so gut.

Deshalb liege ihr Fokus bei der Deutschen Meisterschaft am kommenden Wochenende in Ahlen auf dem Weitsprung. Eine Medaille ist Hennings Ziel, wenngleich Trainer Gleitsmann mit dem DM-Titel liebäugelt. Bei den nationalen Titelkämpfen wird er zudem auch seinen Sohn anfeuern. Boris Gleitsmann startet in der jüngsten Seniorenklasse M30 im Diskuswurf.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare