Einklang von Taktik, Kraft, Ausdauer

Sportholzfällen: Odwarka und Müller bei Deutscher Meisterschaft

+
Harter Job an der Handsäge: Ohne Kraft, Kondition, aber auch Technik geht beim Sportholzfällen – wie hier bei Nils Müller – nichts.

München  – 1972 fanden an selber Stelle die Olympischen Spiele statt, am vergangenen Samstag richteten sich die Augen im Münchner Olympiastadion  dagegen auf zwei Reinheimer: Den 30-jährigen Stephan Odwarka  und den 29-jährigen Nils Müller. Von Jens Dörr

Lesen Sie außerdem:

Nils Müller gehört zu Deutschlands besten Sportholzfällern

Auf den richtigen Schliff kommt es an

So hießen die Teilnehmer aus der Region bei den Deutschen Meisterschaften (DM) im Sportholzfällen. Bei den immer populäreren Wettkämpfen mit Axt und Säge gingen die beiden Südhessen zwar leer aus, halten der außergewöhnlichen Sportart aber weiter die Treue. Mehr als 2000 Zuschauer verfolgten die Meisterschaften, bei denen sich Titelverteidiger Dirk Braun  schon zum sechsten Mal am „Springboard“, „Standing Block Chop“, an der „Single Buck“, der „Hot Saw“ sowie beim „Underhand Chop“ durchsetzte. Platz zwei ging an Danny Mahr, Platz drei an Peter Bauer.
Die Reinheimer Odwarka und Müller schafften es nicht in die Medaillenränge – bei genauerem Hinsehen allerdings wenig verwunderlich. Als Braun seinen ersten Titel bereits eingeheimst hatte, beschäftigte sich Odwarka noch mit seinen anderen Hobbys Boxen und Laufen, während Müller seine Zeit beim Handball und der Feuerwehr verbrachte. Odwarka kam 2010 zu den Timbersports, Müller ist seit drei Jahren dabei.

Die Zeit ist der härteste Gegner

Odwarka wurde bei den Odenwälder Holzfällermeisterschaften richtig infiziert. „Dann habe ich mich mal zum Probetraining angemeldet“, erzählt er. Bei Müller sah der Einstieg ähnlich aus. Prinzipiell kann sich jeder über für ein Probetraining anmelden und so gegebenenfalls ein neues Hobby für sich finden. Müller fasziniert dabei „der Einklang von Taktik, Kraft, Ausdauer und Fairness” – und dass es nur die Zeit als Gegner gebe. Wer am schnellsten Stämme durchschlägt – in der Regel aus Kiefernholz und Pappeln – und zentimetergenaue Scheiben mit der Motorsäge schneidet, kann es in der Szene meist schon nach zwei, drei Jahren weit bringen. Gleichzeitig werden die besten Athleten begehrte Werbeträger für Stihl, treten meistens zur Schau auf, aber auch bei diversen anderen Wettkämpfen wie der Deutschen Meisterschaft. Müller und Odwarka waren 2012 etwa schon Sieger von „Rookie-Cups” für etwas neuere Sportholzfäller. Müllers Antrieb? „Der innere Schweinehund”, sagt der Heizungsbauer, während KFZ-Meister Odwarka „nicht stehenbleiben und sich immer weiterentwickeln” wolle.

Der DM-Titel bleibt für beide noch ein hohes Ziel, ein noch höheres hat aber zumindest Odwarka schon vor Augen: Bei der nächsten Weltmeisterschaft will er mit der Staffel Edelmetall für die Bundesrepublik holen.

Kommentare