Sie spielen Volleyball mit den Füßen

+
Beim Footbag gibt es zwei Varianten: Die von den meisten Frankfurtern gespielte übers Netz (oben und kleines Foto) und das Soloprogramm Freestyle, das Andi bevorzugt (unten).

Frankfurt – Sie gehören im Sommer zu den sportlichen Hinguckern im Frankfurter Grüneburgpark : Die Footbager. Entweder liefern sie sich über ein Badminton-Netz hinweg mit spektakulären Sprüngen versehene Ballwechsel – oder sie vollführen am Wegesrand ein Tänzchen mit dem kleinen Ball. Von Norman Körtge

Alles Infos rund um Footbag in Frankfurt auf der Internetseite des Vereins.

Gelenkig sind Philipp, Alex, Mo und Eurik allemal. Aus dem Stand heraus reißt Eurik sein linkes Bein bis fast auf Kopfhöhe hoch, um den kleinen Lederball über das Badmintonnetz ins gegnerische Feld zu spielen. Dort nimmt ihn Philipp mit der Innenseite seines rechtes Fußes an, passt zu Mo, der wiederum gekonnt auflegt, damit Philipp den Ball in Kung-Fu-Manier zurück ins andere Feld schmettern kann. Dort versucht Alex mit der Schuhsohle direkt zu blocken. Was misslingt.
Wir spielen Volleyball mit den Füßen über ein Badmintonnetz“, fasst Philipp die Sportart Footbag-Netz in einem Satz zusammen. Die Regeln sind denkbar einfach. Der Ball darf nur unterhalb des Knies, am besten natürlich mit dem Fuß, angenommen werden. Die Angabe mit dem Fuß erfolgt hinter der Grundlinie ins diagonal gegenüberliegende gegnerische Feld – wie beim Volleyball. Im Einzel darf der Ball zweimal auf jeder Seite berührt werden, im Doppel dreimal. Punkten kann nur der Spieler oder das Team mit der Angabe.

Dass die Frankfurter, die 1999 einen eigenen Verein gründeten, dieses Spiel zum Teil in Perfektion beherrschen, beweist Gründungsmitglied Florian. Im vergangenen Jahr wurde er am Netz Footbag-Weltmeister in Helsinki. Zirka 60 Mitglieder zählt der Verein. Während im Sommer meist im Grüneburgpark gespielt wird, geht’s im Winter in eine Sporthalle.

Manche präparieren extra ihre Schuhe

Ebenfalls das ganze Jahr trainiert Andi. Nur ein paar Meter von der Partie am Netz entfernt, zieht der 25-Jährige die Blicke auf sich. Es scheint, als würde er einen Tanz mit dem kleinen Ball vollführen, wobei dieser von von der Innenseite des linken Fußes auf den Spann des rechtes Fußes springt, und durch die Beine wieder auf Innenseite des anderen Fußes landet – und das alles in einem Tempo, dass man schon beim zugucken ins Schwitzen kommt. Und genau das tut Andi auch. Freestyle nennt sich diese artistische Art von Footbag. Seine Schuhe hat er am Spann mit einem Messer aufgeschnitten. „Dadurch wird die gerade Auflagefläche größer“, erklärt er. Im Wettkampf heißt es dann eine zweiminütige, selbst zusammengestellte Kür zu Musik zu absolvieren. Zirka 70 Mal springt der Ball dann von Fuß zu Fuß – oder in den Nacken. Derzeit trainiert er für die Ende Juli stattfindenden Weltmeisterschaften in Warschau. Dort nehmen auch die Frankfurter Footbag-Netzer teil.

Zuvor veranstalten sie aber ihr eigenes Turnier: Den Bembel-Cup. Der findet am am Wochenende 21. und 22. Juli im Brentanobad statt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare