Soziales Jahr als Sprungbrett

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Tim Oldenburg auf dem Sprung.

Taunus – Skyliners Frankfurt heißt der Alltag für Tim Oldenburg: Der Usinger spielt für den Basketball-Bundesligisten und absolviert dort zugleich sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Im Interview spricht der 19-Jährige über erste Erfahrungen im Profigeschäft.

Während andere Freiwillige in Kindergärten oder Krankenhäusern ihren Dienst verrichten, sind Sie bei den Skyliners. Wie kam es dazu?

Nach der Schule konnte ich mich nicht für Ausbildung oder Studium entscheiden. Da wurde mir die Stelle bei den Skyliners angeboten, die ich gern angenommen habe, um ein Jahr Zeit zu gewinnen. Außerdem wollte ich in einen Sportberuf hineinschauen, in dem man Traineraufgaben und Organisation mit der Karriere verbinden kann.

Was sind Ihre Stationen?

Ein Schwerpunkt ist die Leitung von AGs an verschiedenen Frankfurter Schulen. Zudem betreue ich die Jugendmannschaften U10, U12 und U14, übernehme die Trikotorganisation für die zweite Herrenmannschaft und betreue den Nachwuchs in der Jugendbundesliga. Nebenbei werde ich noch als Springer eingesetzt, der hier und da noch mit anpackt.

Klingt nach einem straffen Terminplan. Wie sieht der Tagesablauf genau aus?

Um zehn Uhr beginnt der Arbeitstag in der Geschäftsstelle im Frankfurter Nordwestzentrum. Dann gehe ich an die Schulen, um die AGs zu leiten und verbringe eine kleine Pause in meinem mobilen Büro, meinem Auto. Nach der Pause geht’s zurück ins Office, wo einige Arbeiten anstehen. Gegen 16 Uhr beginnt dann das Training. Wenn ich genug Zeit habe, geh‘ ich zwischendurch noch in die Halle zum Wurf-Training oder in den Kraftraum.

Inwiefern lässt sich das FSJ gut mit der eigenen Sportlerkarriere verbinden?

Ich verbringe meine gesamte Arbeitszeit da, wo der Basketball herrscht. Also lerne ich über das reine Basketballspielen hinaus viele Faktoren kennen, die ein komplettes Sportlerleben ausmachen. In Sachen Training ist es natürlich vorteilhaft, dass Kraftraum und Halle direkt neben der Geschäftsstelle liegen. Genug Zeit für Individual- und Teamtraining wird mir eingeräumt, da die Karriere im Moment Vorrang hat.

Sie laufen in dieser Saison zumeist für die zweite Mannschaft in der drittklassigen ProB auf. Wie schwer ist der Sprung in den Profi-Kader?

Ich gehöre zu den vier Zweitlizenzspielern, die das Bundesliga-Team solange ergänzen, bis es vollzählig ist. Ich habe die komplette Vorbereitung mit den Profis mitgemacht, hatte sogar meine ersten Kurzeinsätze bei Testspielen. Jetzt, da der Kader komplett ist, konzentriere ich mich voll auf die ProB und versuche, mich für die erste Mannschaft zu empfehlen.

Wie beurteilen Sie Ihre Entwicklung ?

Meine Entwicklung macht große Fortschritte, dies ist meine zweite ProB-Saison und schon habe ich die Vorbereitung bei den Profis mitmachen dürfen. Ich spiele erst sechs Jahre Basketball, dafür ist das nicht schlecht. Im Moment geht es mir darum, mein Spiel so weit es geht zu verbessern. Dazu gehört das Zusammenspiel als auch Kondition, Kraft, Wurf, Dribbling und die Bewegungen zum Korb.

Und dann winkt die Profi-Karriere?

Das kann man nicht planen. Ich arbeite auf jeden Fall darauf hin und trainiere hart. Wenn ich schon so viel Zeit in Basketball investiere, wäre es nicht schlecht, wenn sich das auch auszahlen könnte.  zin

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