Basketball-Profi im Interview

„Deutsche Spieler immer wichtiger“

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Frankfurts Kapitän Marius Nolte kämpft auf dem Feld um jeden Ball.

Frankfurt – Die vergangene Saison war für die Fraport Skyliners höchst nervenaufreibend, der Klassenerhalt gelang nur knapp. Am Freitag wurde bekannt: Trainer Gordon Herbert kehrt zurück an den Main. Mit dem EXTRA TIPP sprach Kapitän Marius Nolte über die kommende Saison. Von Fabienne Seibel

Nach Hochs und Tiefs ist Ihnen knapp der Klassenerhalt gelungen. Mit welchem Gefühl geht man aus so einer Saison?

Ich bin gerade noch sehr beschwingt. So eine Anspannung wie vorm letzten Spiel habe ich noch nie erlebt. Der Druck fällt jetzt von einem ab. Auch wenn wir wissen, dass wir keine perfekte Saison hatten, fühle ich mich derzeit gut.

Vor wenigen Wochen sagten Sie, dass die Rollenverteilung im Team nun klarer sei. Trotzdem wurde es am Ende knapp. Warum?

Gerade als wir besser zusammengefunden hatten, sind leider wieder Kleinigkeiten passiert, die wieder alles durcheinandergewürfelt hat. Zum Beispiel ist Dawan Robertson krankheitsbedingt ausgefallen, und das hat unser Grundgerüst leider erschüttert und eine tragende Wand ist eingebrochen.

Trainer Katzurin hat während der Saison immer eure Verteidigung gelobt, doch im Angriff lief es manchmal nicht rund. Was muss in der nächsten Saison verbessert werden?

Da denke ich im Moment noch nicht drüber nach. Die vergangene Saison muss erstmal verarbeitet werden. Generell werden wir aber weiter daran festhalten, über eine geschlossene und starke Leistung in der Verteidigung zum Erfolg zu kommen.

Katzurin hat seinen Vertrag nicht verlängert. Was bedeutet ein Trainerwechsel für ein Team?

Das ist natürlich immer eine Umstellung, allerdings sollte jeder von uns an seine Stärken glauben und dann wird man sich zusammensetzen und gemeinsam erarbeiten, wie man zum Erfolg kommt.

Die finanzielle Lage bei den Skyliners ist derzeit nicht gut. Inwiefern beeinflusst einen das als Spieler?

Natürlich macht man sich seine Gedanken, aber wir werden dafür bezahlt, Basketball zu spielen. Über sowas zerbrechen sich bei uns andere Leute die Köpfe.

Der geschäftsführende Gesellschafter Gunnar Wöbke sagte, dass ihr auch in der kommenden Saison auf junge deutsche Spieler setzt. Sind unerfahrene Spieler nicht ein Risiko für eine Mannschaft, die in den vergangenen Spielzeiten gewackelt hat?

Deutsche Spieler werden in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Qualität der Mannschaften wird sich über die Deutschen definieren. Natürlich ist es auch ein Risiko, viele junge Spieler mit ins Boot zu holen. Ich denke aber, dass junge Spieler wie Konstantin Klein und Johannes Voigtmann gezeigt haben, dass sie eine echte Stütze sein können. Man muss ihnen einfach die Chance geben, sich zu beweisen.

Neben Robertson sind Sie Dienstältester im Kader. Denken Sie schon ans Aufhören?

Ich merke schon, dass ich nicht mehr der Jüngste bin. Nach wie vor habe ich aber noch sehr viel Lust, Basketball zu spielen. Ich werde mein kommendes Jahr bei den Skyliners erfüllen und freue mich auf die nächste Saison. Danach muss man mal weitersehen. Ich sehe das ganz unsentimental und will den Bogen auch nicht überspannen. Ich hoffe, dass wir in der kommenden Saison erfolgreich sind. Vielleicht räume ich danach den Platz für jüngere Spieler, mal sehen.

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