Das sind die Medaillen-Hoffnungen aus dem Rhein-Main-Gebiet bei Olympia

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Pascal Behrenbruch feiert den Zehnkampf-Sieg bei der EM in Helsinki.

Region Rhein-Main – Kürzlich gab der Deutsche Olympische Sportbund in Frankfurt die letzten Nominierungen für die Olympischen Spiele in London (27. Juli bis 12. August) bekannt. Wer jetzt nicht qualifiziert oder nominiert ist, muss das Großereignis am Fernseher ansehen. Von Jens Dörr

Ariane Friedrich bei der EM 2010 in Barcelona.

So wie der Dieburger Ringer Kevin Schwäbe, dem eine Leistenverletzung die Qualifikation verwehrte. Oder die Darmstädterin Eva Trautmann, die trotz aktuell guter Leistung bei der EM im Modernen Fünfkampf keinen der vier deutschen Plätze ergatterte. Andere Athleten aus der Region sind dagegen dabei.

Gewiss im Blickpunkt des Interesses wird der Offenbacher Pascal Behrenbruch stehen. Schließlich darf er sich Hoffnung auf eine Medaille machen. Der 27-Jährige ließ kürzlich mit Gold bei den Europameisterschaften aufhorchen, hatte deshalb sogar seinen Auftritt im ZDF-Sportstudio am Heringsdorfer Strand. Dessen Atmosphäre bei der Berichterstattung zur Fußball-EM war ebenso umstritten wie Behrenbruchs Streit mit dem Leichtathletik-Verband. In der Folge organisierte der Offenbacher seine Trainer auf eigene Faust, trug auch die Kosten selbst. Es sei nun aber an der Zeit, den Streit beizulegen, kündigte Behrenbruch an. In London sei fast alles möglich. Aber: „Gold ist für Ashton Eaton reserviert“, sagt er über den Weltrekordhalter aus den USA.

Yannick Lebherz freut sich über seinen Erfolg über 200 Meter Rücken in Indianapolis im März.

Bei der Leichtathletik-EM konnte sich die Frankfurterin Ariane Friedrich, die für die LG Eintracht startet, kein Selbstvertrauen holen: In Helsinki fiel sie wegen eines Magen-Darm-Infektes aus. Nach Verletzungen war sie auch zuvor nicht richtig in Tritt gekommen. Eine Medaille erscheint nicht unmöglich, wäre aber eine Überraschung.

Näher dran an Edelmetall scheint Yannick Lebherz aus Darmstadt zu sein. Für den Schwimmer geht es bereits am zweiten Olympia-Tag über 400 Meter Lagen ins kühle Nass. Größter Erfolg bislang: Auf der Kurzbahn (25 Meter) sicherte sich der 23-Jährige 2010 den EM-Titel über 200 Meter Rücken.

Bei Chris Mohr darf man mittlerweile konstatieren: Er wird keine Medaille gewinnen. Der Sprendlinger hat eine schottische Mutter und wird für das Handball-Team von Gastgeber Großbritannien auflaufen. Die Briten sind noch Handball-Entwicklungsland und dürften trotz Heimvorteils selbst in der Vorrunde kaum Chancen besitzen.

Nicht selbst am Start und doch mittendrin ist der Dieburger Karlheinz Steinmetz: Der Ex-Coach von Lars Riedel trainiert seit Jahren die chinesischen Diskuswerferinnen. Die haben in Li Janfeng die amtierende Weltmeisterin und damit eine der großen Favoritinnen in ihren Reihen.

Bei den Werferinnen hat die Rhein-Main-Region ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Betty Heidler hat zwar die Generalprobe bei der Europameisterschaft in Helsinki in den Sand gesetzt, dennoch gilt die Wahl-Frankfurterin und amtierende Weltrekordhalterin unter Experten alss klare Medaillen-Kandidatin.

Zwar keine Favoritin auf das 3000-Meter-Hindernis-Gold, aber mit kleinen Außenseiter-Chancen ausgestattet ist Gesa-Felicitas Krause. Die Vierte der Europameisterschaften von der LG Eintracht Frankfurt hat bereits angekündigt, in London Bestzeit laufen zu wollen. Und mit einer Fabelzeit könnte sie eventuell auf das Podest schielen. Für die 19-Jährige dürften es aber nicht die letzten Olympischen Spiele gewesen sein.

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