280-mal den Skihang runter

Silvio Klemm startet beim 24-Stunden-Rennen in der Schweiz

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Der Groß-Zimmerner Silvio Klemm (r.) will 24 Stunden am Stück Ski und dabei 280-mal den Hang rauf und runter fahren. Martin und Martina Fischer starten mit einem weiteren Teilnehmer als Dreierteam.

Groß-Zimmern - Für Triathleten aus dem Rhein-Main-Gebiet gilt der erste Juli-Sonntag als „längster Tag der Welt“: Dann findet der „Ironman Frankfurt“ über die Langdistanz statt. Silvio Klemm  kann darüber fast nur lachen: Am 13. und 14. Februar ist er einen ganzen Tag lang in Bewegung. Von Jens Dörr

Dann nimmt der Groß-Zimmerner auf Skiern am „24-Stunden-Rennen“ in Gsteig  in der Schweiz teil. Am Hang „Heiti“ gilt es für den 42-Jährigen dann, möglichst viele Abfahrten hinzulegen. Und zwischenzeitlich natürlich wieder den Berg hinauf zu kommen: „Das Schlepplift-Fahren ist das Schlimmste. Da tut der Hintern ganz schön weh“, sagt Klemm. Und das, obwohl er auch beruflich Sitzfleisch beweisen muss: Der Lokführer und GdL-Gewerkschafter ist normalerweise auf Schienen statt Skiern unterwegs. Vom eintägigen Nonstop-Wedeln hat er unterdessen bereits Ahnung - und das ungewollt: Anfang 2014 wollte er das Rennen eigentlich im Duo mit einem Arbeitskollegen absolvieren, sich die 24 Stunden dabei teilen. Der Kollege allerdings stürzte früh und musste ins Krankenhaus, Klemm disponierte um und zog die Herausforderung kurzerhand solo durch. „Bis auf kurze Pausen zum Essen und Zur-Toilette-gehen bin ich fast 24 Stunden lang die blaue Piste runter gefahren“, so Klemm.

Kommunalpolitiker geht auch an den Start

Längeres Hinsetzen oder gar Ausstrecken verbot er sich: „Dann wäre ich kaum mehr hochgekommen.“ In diesem Jahr reist der Zimmerner derweil mit drei Bekannten in die Schweiz, die ebenfalls auf die Piste gehen wollen. Der 28-jährige Jan Friedrich  sowie die 45-jährigen Martin und Martina Fischer, Kommunalpolitiker  beziehungsweise Finanzbeamtin, gehen die Aufgabe ihrerseits an und machen sich vorab teils gemeinsam mit Klemm fit. „Wir trainieren viel Kondition und natürlich Kraft, speziell für die Oberschenkel und die Stärkung des Sprunggelenkes“, erläutert der drahtige Extremsportler. Klemms persönliches Ziel sind diesmal 280 Abfahrten - also mehr als zehn pro Stunde. 2014 waren es 255.

Siegchancen gleich null

Rund vier Minuten benötige er für einen kompletten Durchlauf, schildert er. Viel Zeit für Müßiggang zwischendurch bleibe ergo nicht. Während das deutsche Quartett - Klemm fährt solo, das mitreisende Trio teilt sich die Zeit im Dreierteam - in Gsteig zwar Chancen hat, ein paar der mehreren Dutzend anderer Teilnehmer hinter sich zu lassen, ist die Chance auf den Sieg indes gleich null: In Paul Accola, Urs Kälin  und Michael von Grünigen  sind diesmal unter anderem drei Ex-Profis aus der Schweiz gemeldet, die Skisport-Fans noch aus etlichen Weltcup-Übertragungen im Fernsehen kennen. Während Accola, Kälin und von Grünigen einst unter besten Bedingungen trainierten, fuhr Klemm Züge durch die Landschaft - und ist in Sachen Skifahren dazu noch Autodidakt: Einen Skikurs hat der Groß-Zimmerner selbst nie belegt.

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