Eintracht Frankfurt nach dem Trainingslager

Kritik an SGE-Neuling Marco Fabian  

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Marco Fabian (links) beim Testspiel gegen den Borussen Julian Weigl. Der Frankfurter Neuzugang enttäuschte bislang.

Frankfurt – Nach der 0:4-Pleite gegen Dortmund kehrt die Eintracht zerknirscht zurück aus dem Trainingslager in Abu Dhabi. Auch die Neuzugänge haben noch nicht überzeugen können. Von Peppi Schmitt

Seit Mittwochmorgen sind Spieler und Trainer der SGE wieder zurück in der Heimat. Neun Tage hat das Trainingslager in Abu Dhabi gedauert. Aus Sicht des Trainers hat sich auch der vierte Besuch im Wüstenemirat am arabischen Golf gelohnt. „Ich bin sehr zufrieden“, hat Armin Veh gesagt, „wir konnten sehr gut arbeiten.“ Die Bedingungen waren ganz im Gegensatz zu vielen anderen Konkurrenten, die die Türkei oder Südafrika als Standort für die Winter-Vorbereitung gewählt und mit viel Regen zu kämpfen hatten, einmal mehr optimal. Alle Einheiten konnten wie geplant stattfinden, die Temperaturen lagen konstant zwischen 20 und 25 Grad, von Regen keine Spur und die Platzverhältnisse waren immer gleichbleibend gut.

Große Ernüchterung nach 0:4 gegen den BVB

Das ist die eine Seite der bisherigen Vorbereitung, die positive. Aber es gibt auch ein negative. Im Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund gab es in Dubai eine 0:4-Niederlage und danach lange Gesichter. Sicher dürfen Begegnungen während der Vorbereitungszeit nicht überbewertet werden, dennoch herrschte bei der Eintracht einigermaßen große Ernüchterung. Denn die Niederlage war auch in dieser Höhe verdient. Die Frankfurter waren den Dortmundern ähnlich klar unterlegen wie ein paar Wochen zuvor beim 1:4 in der Bundesliga. „Wir haben unglaubliche Fehler gemacht“, klagte der Trainer, „das kann nur daran gelegen haben, dass die Spieler platt waren.“

Zweifel an der Personalpolitik

Ein Stück des guten Eindrucks nach der Woche von Abu Dhabi wurde weggeblasen vom Dortmunder Angriffswirbel. Und leichte Zweifel über die Personalpolitik in der Winterpause sind auch schon aufgekommen. Denn alle drei Neuzugänge, der Schalker Kaan Ayhan, der ehemalige Hannoveraner Szabolcs Huszti und der Mexikaner Marco Fabian konnten im ersten ernsthaften Test nicht überzeugen. Gerade der Millionen-Einkauf Fabian war eine besonders große Enttäuschung. Er hat seinen Platz im Team noch nicht gefunden, die erhoffte Lösung auf der linken Seite im Mittelfeld scheint er nicht zu sein. Da hat sich Kollege Huszti schon eher in den Vordergrund gespielt. Freilich ist Fabian erst zwei Wochen bei der Mannschaft, ein wenig mehr Zeit zur Eingewöhnung sollte ihm gegeben werden. „Er kommt sicher noch“, ist der Trainer überzeugt.

Weiterhin viele Verletzte

Schlimmer noch als die Niederlage sind die personellen Rückschläge, die die Eintracht hinnehmen muss. Denn der Verletzungsteufel aus dem alten Jahr hat die Frankfurter auch ins neue Jahr begleitet. Zu den „Dauerverletzten“ Bamba Anderson, Johannes Flum und Luc Castaignos, ist mit Stefan Reinartz ein weiterer Langzeitausfall hinzugekommen. Reinartz hatte schon aufs Trainingslager verzichten müssen, sollte eine hartnäckige Leistenverletzung in Frankfurt auskurieren. Das hat nicht funktioniert. „Er wird uns noch länger fehlen“, sagte Trainer Veh. Als ob das nicht schon genug wäre, muss Veh vor dem Saisonstart am 24. Januar gegen den VfL Wolfsburg auch um Carlos Zambrano und Haris Seferovic bangen. Der Abwehrchef konnte wegen einer Muskelverletzung, die er sich schon am 6. Dezember im Derby gegen Darmstadt zugezogen hatte, in Abu Dhabi keine einzige Einheit gemeinsam mit der Mannschaft absolvieren. Über Lauftraining ist Zambrano nicht hinausgekommen. Und Stürmer Seferovic musste die vergangenen Tage wegen Achillessehnenbeschwerden pausieren.

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