Sensationelle Ausbeute nach 17 Spielen

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Freudentaumel nach dem vorzeitigen Aufstieg: Die Spieler lassen Trainer Armin Veh hochleben.

Frankfurt – Was für ein Jahr: Die Frankfurter Eintracht ist nicht nur wieder erstklassig, sie spielt auch wieder erstklassigen Fußball. Von Peppi Schmitt

Und als wäre dies und der sensationelle vierte Tabellenplatz nach der Vorrunde nicht genug, wird die Eintracht auch wieder geliebt in der Stadt und der Region.

Viele, viele Jahre haben die Fußball-Freunde danach gelechzt, dass „ihre“ Eintracht nicht nur erfolgreich, sondern auch wieder schön spielt. Zuletzt war dies Anfang der Neunziger mit Uwe Bein und Andreas Möller über eine längere Zeit der Fall. Jetzt haben die ehemaligen Nationalspieler endlich Nachfolger gefunden. Sebastian Rode, Pirmin Schwegler, Takashi Inui und Alexander Meier stehen für den frischen Offensivfußball der neuen Eintracht, für Spektakel in der Arena.

Konstant, gut und frech

Gute Spiele hatten die Frankfurter immer mal wieder gezeigt, selbst in der Abstiegssaison vor zwei Jahren, natürlich auch in der vergangenen Aufstiegssaison. Aber so konstant, so gut, so frech haben sie ewig nicht gespielt. Die Fans sind aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen bei den tollen Siegen gegen Bayer Leverkusen (2:1) und den Hamburger SV (3:2), gegen Hannover 96 (3:1) und Augsburg (4:2). Geradezu euphorisch war Fußball-Frankfurt nach dem 3:3 gegen Meister Borussia Dortmund, stolz nach der 0:2-Niederlage bei Bayern München, als die Experten-Prominenz die Frankfurter über den grünen Klee lobte. Und dann noch das überraschende Ende: Gerade als die Winterdepression drohte, hat die junge Mannschaft nach kleineren Rückschlägen in die Spur zurückgefunden. 4:1 gegen Werder, 2:0 in Wolfsburg. „Sensationell“, sagt Kapitän Schwegler sei die Ausbeute von 30 Punkten.

Trainer Vehs Vertrag läuft aus

Die Baumeister der Mannschaft bleiben bescheiden. Trainer Armin Veh will weiter nur vom Klassenerhalt sprechen. „Mit 30 Punkten ist noch jede Mannschaft abgestiegen“, sagt er, „wir brauchen 40.“ Wenn die erreicht sind, will Veh nicht nur über die sportliche Zukunft der Eintracht reden, sondern auch über seine eigene bei der Eintracht. Der Vertrag des 51 Jahre alten Fußball-Lehrers läuft aus, und es wird an Manager Bruno Hübner sein, Veh abermals zu überzeugen, dass Eintracht Frankfurt genau der richtige Verein für ihn ist.

Angebote wird Veh auch andere bekommen, doch am Main können sie mit einem Pfund wuchern. Hier spielt die Mannschaft, die Veh zusammengebaut hat. „Er liebt doch diese Spieler“, sagt sogar Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „hier ist er der absolute Chef“. Veh spricht voller Stolz von den Entwicklungsmöglichkeiten. „Wenn die Mannschaft zusammenbleibt, kann sie noch besser werden“, sagt er. Das Problem: Die Jagd auf die beiden größten Talente, Sebastian Jung (Ausstiegsklausel im nächsten Sommer) und Sebastian Rode (Vertrag bis 2014), ist längst eröffnet. Viel Arbeit also für den Manager in den nächsten Wochen.

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