Ex-Eintracht-Star über sein erstes Jahr bei Bayern München

Sebastian Rode: Ein heißer Hesse gibt Vollgas

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Deutscher Fußball-Meister aus Hessen: Sebastian Rode kommt bei Bayern München immer besser zur Geltung.

Frankfurt/München - Sebastian Rode wird immer mehr zum hessischen Exportschlager beim neuen Deutscher Meister Bayern München. Der 24-Jährige verrät, was er von Kritikern hält und ob er gegen Barcelona in der Champions League auflaufen wird. Von Dirk Beutel

Noch vier Spieltage sind in der Bundesliga zu spielen. Welches Resümee ziehen Sie für Ihre erste Bayern-Saison?

Ich bin auf jeden Fall in der Mannschaft akzeptiert, komme auf immer mehr Einsätze und konnte auch schon des Öfteren meine Chancen nutzen, um dem Trainer zu zeigen, was ich kann. Dazu noch vorzeitig Deutscher Meister geworden und in der Champions League sind wir auch noch dabei. Von daher war´s eine sehr gute Saison für mich.

Viele Kritiker haben nach Ihrem Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Bayern München geunkt, Sie würden sich dort nie durchsetzen können. Was sagen Sie diesen Kritikern?

Darauf habe ich noch nie viel gegeben. Es gab diese Kritiker schon als ich von Kickers Offenbach zur Frankfurter Eintracht gewechselt bin. Damals hab ich´s denen schon gezeigt und das werde ich weiterhin tun und meinen Weg gehen.

Ihr Spiel bei den Bayern hat sich mittlerweile verändert. Vom Mittelfeldabschirmer zum offensiven Antreiber.

Ich brauchte eine Zeit lang, um die ganzen Laufwege der Kollegen, die Raumaufteilung kennen zu lernen. Und jetzt ist auch die Art und Weise, wie ich Fußball spiele, akzeptiert und die Jungs wissen genau, ob ich nun fünf Minuten oder 90 Minuten auf dem Platz stehe, dass sie sich auf mich verlassen können. Da passiert es automatisch, dass ich mich nun viel öfter offensiv einmische und Akzente setzen kann.

Wo wir gerade bei Kollegen sind: Wie groß war Ihr Respekt vor den ganzen Weltklasse-Spielern als Sie in der Säbener Straße angekommen sind?

Klar war der Respekt am Anfang ziemlich groß. Aber den muss man schnell wieder abschütteln, sonst setzt man sich nie dort durch. Aber das sind auch alles normale Jungs, die mich super aufgenommen haben und gleich auf mich zugekommen sind.

Nach der Partie gegen Hoffenheim wurden Sie sogar mit Superstar Arjen Robben verglichen, vor allem wegen Ihres Treffers zum 1:0.

Ein schönes Kompliment, dabei sind wir ganz andere Typen. Arjen ist mehr der Dribbler, während ich über das Passspiel komme. Aber man kann viel von ihm im Training lernen.

Welche Ziele haben Sie sich für die nächste Saison vorgenommen?

Weiterzumachen wie bisher: Gesund bleiben und mich weiterhin immer für den Trainer anbieten. Diese Runde war für mich wichtig, um mich zu etablieren, jetzt will ich mich in der Mannschaft festigen.

Vor den Bayern spielten Sie bei Darmstadt 98, Kickers Offenbach und zuletzt Eintracht Frankfurt. Was sagen Sie zu den Entwicklungen Ihrer Ex-Clubs in dieser Saison?

Wahnsinn, was die Darmstädter in der Zweiten Bundesliga für einen Fußball spielen. Es freut mich ungemein, wie die Dinge dort laufen. Und sie haben immer noch alle Chancen aufzusteigen. Die Mannschaft präsentiert sich geschlossen und der Trainer scheint einen guten Draht zu jedem Spieler zu haben. Ähnlich ist es bei den Kickers. Die haben auch eine super Saison hingelegt. Es ist nur unfair, dass man als Tabellenerster in der Regionalliga nicht gleich auch aufsteigt, sondern noch zwei schwere Relegationsspiele vor sich hat. Der OFC hat es mit dem Stadion und bei Fans allemal verdient, in die Dritte Liga aufzusteigen.

Eintracht Frankfurt dagegen dümpelt vor sich hin, ist seit fünf Spielen ohne Sieg.

Ich verfolge ganz genau, was sich dort so tut. Immerhin kann Alex Meier, auch wenn er derzeit verletzt ist, noch Torschützenkönig werden kann, da auch Arjen Robben und Robert Lewandowski Verletzungsprobleme haben. Aber es wurden eben entscheidende Spiele gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte verloren und dadurch wird auch das Umfeld unruhiger. Das ist ein großes Problem.

Die Meisterschaft ist in trockenen Tüchern, am Mittwoch geht´s gegen Barcelona. Wie groß sind Ihre Chancen dabei zu sein?

Das wird bis zuletzt eine Überraschung bleiben. Trainer Pep Guardiola hat so viele Ideen und unser Mittelfeld ist trotz der Ausfälle sehr gut besetzt. Daher wird es für mich nicht einfach. Aber ich bin heiß auf das Camp Nou und werde von Anfang an Vollgas geben, wenn mich der Trainer aufstellt.

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