Personalplanung bei der Eintracht / Veh will noch einen schnellen Mann für den linken Flügel

Sebastian Jung ist Wunschkandidat

Luc Castaignos und Johannes Flum (von links) von Eintracht Frankfurt bereiten sich für die neue Saison vor. Foto: Hübner

Die Sommerpause ist beendet. Seit dieser Woche bereitet sich der alte und neue SGE-Trainer Armin Veh und sein Team auf die neue Saison vor. Doch es gibt noch reichlich Baustellen. Längst sind nicht alle Personalfragen beantwortet. Von Peppi Schmitt

Frankfurt – Die wichtigste und gleichzeitig überraschendste Personalentscheidung hatte die Eintracht vor gut drei Wochen getroffen. Für Trainer Thomas Schaaf, der trotz eines noch ein Jahr laufenden Vertrages freiwillig gegangen ist und sich diese „Flucht“ mit einer Abfindung hat versüßen lassen, ist Armin Veh zurückgekehrt. Schaafs Vorgänger ist also sein Nachfolger. „Mein Akku ist wieder voll“, sagte Veh bei seiner offiziellen Vorstellung, „ich freue mich riesig auf die Aufgabe“. Der neue alte Trainer, der seine ehemaligen Assistenten Reiner Geyer und Moppes Petz wieder mitgebracht hat, findet nach eigener Aussage bessere Bedingungen vor als noch im Sommer 2014, als er wegen aus seiner Sicht mangelnder sportlicher Perspektive gegangen war. „Wir haben jetzt doch fünf, sechs Millionen Euro mehr Geld für Transfers“, sagte er, „das ist schon ein Fortschritt.“

Und die Eintracht hat nach Verkündung der Trainerentscheidung auch im Spielerbereich mit Veränderungen weitergemacht. Stand Freitag wurden mit Torwart Heinz Lindner (Austria Wien), Abwehrspieler David Abraham (TSG Hoffenheim), Mittelfeldspieler Stefan Reinartz (Bayer Leverkusen) und Stürmer Luc Castaignos (Twente Enschede) vier neue Spieler verpflichtet. Dazu haben noch die beiden A-Jugendlichen Yannick Zummack und Enis Bunjaki Profiverträge bekommen. „Was wir jetzt noch brauchen, ist ein schneller Mann für den linken Flügel“, sagt Veh. Und ziemlich sicher werden sich die Frankfurter auch noch um einen zusätzlichen rechten Verteidiger neben Timothy Chandler kümmern. Wunschkandidat ist der ehemalige Frankfurter Sebastian Jung, der vor einem Jahr zum VfL Wolfsburg gewechselt ist, dort aber nicht wirklich den Sprung zur Stammkraft geschafft hat. Bei Jung müssen sich die Frankfurter auf ein Geduldsspiel einstellen, das womöglich bis zum Ende der Transferperiode Ende August dauern kann.

So gut Eintrachts Manager Bruno Hübner bei den Personalplanungen auch vorbereitet war, in einer ganz wichtigen Frage wurde er dann doch überrascht. Erst im späten Frühjahr hatte Torwart Kevin Trapp seinen Vertrag vorzeitig bis zum Sommer 2019 verlängert. Die Eintracht schien also doppelte Sicherheit zwischen den Pfosten zu haben. Und doch steht Trapp nun vor dem Absprung. Mit Paris St. Germain (PSG) hat sich ein sportlich wie wirtschaftlich potenter Interessent gemeldet. Der Eintracht-Kapitän aus der vergangenen Saison soll sich mit dem französischen Meister und Champions-League-Teilnehmer bereits über einen langfristigen Vertrag einig geworden sein. Die beiden Vereine aber pokern seit einigen Tagen immer heftiger um die Ablösesumme. Während PSG rund acht Millionen Euro angeboten hat, beharrt die Eintracht auf mindestens zehn Millionen Euro. „Wenn wir uns nicht einig werden, bleibt er“, sagt der Trainer. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trapp geht, ist dennoch groß. Schon hätte die Eintracht eine neue Baustelle, müsste sich auf dem enger gewordenen Markt nach einem neuen Torhüter umschauen. Der österreichische Nationaltorwart Lindner war ja eigentlich als Nachfolger für die nach Bremen gewechselte „Nr. 2“ Felix Wiedwald gedacht. Gerüchte gibt´s um Roman Weidenfeller. Der Dortmunder soll laut Medienberichten zur SGE kommen, wenn Trapp nach Paris wechselt. Es bleibt spannend. Am heutigen Samstag fährt die SGE erstmal ins Trainingslager nach Tirol.

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