Schwieriger Typ als Leitfigur

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Löwen-Kapitän Peter Baumgartner führt sein Team in der Eishockey-Oberliga derzeit von Sieg zu Sieg. Nächste Woche kommt es zum Hessenderby in Kassel.

Frankfurt – Peter Baumgartner ist der Kapitän der Löwen Frankfurt, wurde von Coach Frank Gentges gleich nach dem Trainingslager zu seinem verlängerten Arm auf dem Eis ernannt und soll das junge Team durch die Saison führen. Von Uwe Lange

Der 26-jährige Landshuter Verteidiger und Harley-Fahrer spricht im Interview über seine ersten Eindrücke von Frankfurt, seine Fußballer-Vergangenheit, outet sich als Fan von Hannover 96 und erzählt von seinem größten sportlichen Erfolg, der Deutschen Meisterschaft 2010 im Trikot der Hannover Scorpions.

Drei Monate in Frankfurt, wie fällt Ihr erstes Fazit aus?

Mir gefällt es bislang ausgesprochen gut in Frankfurt, in Bornheim bin ich prima untergekommen und rund um die Berger Straße gibt es tolle Plätze, wo man es sich besonders bei schönem Wetter so richtig gutgehen lassen kann. Sportlich ist es wohl noch zu früh für ein erstes Fazit, aber nach der Hälfte der Vorrunde liegen die Löwen mit Platz eins und ungeschlagen voll im Plan, wir scheinen eine recht ordentliche Mannschaft mit einem guten Teamgeist zu haben.

Man sagt, Sie hätten auch zum Fußball eine besondere Beziehung?

Die Löwen Frankfurt bestreiten am kommenden Freitag, 16. November, um 19.30 Uhr ihr nächstes Heimspiel gegen den Krefelder EV. Das Hinspiel gewannen die Löwen mit 5:4 nach Penaltyschießen. Am Sonntag, 18. November, reisen die Frankfurter zum Oberliga-Hessenderby nach Kassel.

Ich habe sogar noch bis zu meinem zehnten Lebensjahr aktiv im Verein gekickt, dann kam ich durch Freunde zum Eishockey. Beim Endspielsieg von Köln in Landshut wusste ich: So einen Tag will ich unbedingt auch einmal erleben und setzte mir dies als Ziel, was ich 2010 in Hannover dann erreichte. Bei der folgenden Sportlerehrung lernte ich Robert Enke kennen, der mir unheimlich sympathisch war. Zwei Wochen später kam es zur Tragödie. Doch die Zeit danach und der Umgang mit der Depressions-Problematik haben mich zum Fan von 96 werden lassen.

Viele beschreiben Sie als „schwierigen Typen“. Wie sehen Sie sich selbst?

Ich bin ein Mensch, der Dinge, die ihn stören und missfallen, offen anspricht, will jedoch immer das Beste für mein Team und sein Umfeld. Wenn das mit ,schwierig’ beschrieben wird. Ja, dann bin ich schwierig. Privat bin ich jedoch eher der ruhige Typ, der ein normales Sportlerleben führen will.

Was haben Sie gedacht, als Frank Gentges Sie zum Kapitän nominierte?

Ich war schon sehr stolz, als der Coach mich zum Kapitän bestimmt hat. Er sieht mich als Leitfigur für die vielen jungen Spieler, die ich führen soll und traut mir dies auch zu.

Kann es noch ein spannendes Ziel für einen Sportler geben, der Deutscher Meister war?

Aber sicher, denn Ziele braucht man immer und ich persönlich will jedes Spiel gewinnen, bin bei Niederlagen eher schlecht drauf! Es gilt, sich jeden Tag neu zu beweisen, um Top-Leistungen abzurufen. Mit Frankfurt verbinde ich auch nicht unbedingt Oberliga-Eishockey, und um wieder erstklassig zu werden, dazu möchte ich gerne meinen Beitrag leisten.

Ist zwar noch genügend Zeit, aber wo sehen Sie sich nach der aktiven Laufbahn?

Derzeit jedenfalls nicht im Eishockey, aber man soll ja nie nie sagen. Aber Harley-Tester in den USA fände ich schon cool (lacht), dort mit Haus am Strand bei tollem Wetter, dabei das sonnige Leben genießen!

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