Die Analyse vor dem großen Spiel

Das sind die Schwächen und Stärken der Endspielgegner

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Thomas Müller: Es wird auch darum gehen, welcher Top-Torschütze des jeweiligen Endspielteams sich besser in Szene setzen kann.

Rio de Janeiro – Deutschland und Argentinien besitzen ähnliche Stärken: Strikte Ordnung, hohe Passgenauigkeit und wenig Räume zulassen. Es droht ein Abnutzungskampf. Von Axel Grysczyk 

Für Argentinien spricht ihre Defensive. Die Gauchos stehen in der Abwehr sehr massiv. In der K.O.-Runde haben sie in der regulären Spielzeit keinen Gegentreffer kassiert. Ex-Bayern-Spieler und Innenverteidiger Martin Demichelis ist mit seinen 33 Jahren sicherlich nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Kunst, aber immer noch in der Lage, eine Abwehr kompromisslos zu organisieren. Eine weitere große Stütze in der Abwehr ist sein Mannschaftskamerad von Manchester City, Paolo Zabaleta. Dazu Ezequiel Garay von Benfica Lissabon und Marcos Rojo von Sporting Lissabon, der gegen Holland auf der linken Seite gespielt hat. Stark sind die Argentinier in der Defensive aber auch erst geworden, nachdem sie offensiv mutiger geworden sind. Nach dem Holper-Start (2:1 im Auftaktmatch gegen Bosnien-Herzegowina) setzte Superstar Lionel Messi eine Systemänderung durch. Argentiniens Kapitän: „In der ersten Halbzeit war ich auf mich allein gestellt. Ich habe mich einsam gefühlt.“ Danach wurde mit drei Stürmern gespielt – und Messi war zufrieden. Messi: „So haben wir mehr Möglichkeiten, zu passen und Tore zu schießen. Unter dem anderen System leiden wir Stürmer. Als wir es geändert haben, war es besser, so müssen wir weitermachen.”

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Freie Räume sind entscheidend

Entscheidend wird sein, wie viel Räume von den Teams zugelassen werden. Wer da Fehler macht – siehe Brasilien – wird vorgeführt. Trainer Alejandro Sabella hat die Maxime herausgegeben: „Wer die Räume besser besetzt, gewinnt.“ Deutschland, so Sabella, sei dafür im bisherigen Turnierverlauf im Übrigen der beste Beweis. Darüber hinaus hat Argentinien Lionel Messi. Von den acht Treffern der Südamerikaner hat der Wunderstürmer von FC Barcelona vier erzielt. Ihn gilt es, zu attackieren und zu stören, aber auch die Passwege zu ihm zu unterbinden. Fazit: Argentinien wird so spielen wie bisher. Hinten sicher stehen, keine Chancen zulassen und vorne hoffen, dass Messi oder einer der beiden anderen Topstürmer trifft. Und davon gibt es genug, die alle bei europäischen Top-Clubs spielen: Sergio Aguero (Manchester City), Gonzalo Higuain (SSC Neapel), Ezequiel Lavezzi (Paris St. Germain) oder Rodrigo Palacio (Inter Mailand).

Es gilt: Cool bleiben!

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Das sagen die Spieler vor dem Spiel

Deutschland muss wie gegen Brasilien ruhig bleiben. Pässe in die Spitze werden weniger häufig gelingen und trotzdem gilt es, cool zu bleiben. Vielleicht ergibt sich eine Chance durch eine Standard-Situation oder die Argentinier werden müde, weil sie einen Tag weniger für die Regeneration hatten und im Halbfinale ins Elfmeterschießen mussten. Eine Stärke der Löw-Truppe im bisherigen Turnierverlauf waren die Spieler, die von der Bank kamen. Auch dies kann bei einem zähen Spielverlauf eine Option sein, um mehr Druck auf den Gegner auszuüben. André Schürle traf allein dreimal, nachdem er eingewechselt wurde. Auch Miroslav Klose war bereits als Einwechselspieler erfolgreich.

Das deutsche Team ist darüber hinaus extrem passsicher, körperlich topfit und hat eine Menge Erfahrung. Per Mertesacker, Phillip Lahm, Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und auch Lukas Podolski haben alle über 100 Länderspiele. Einiges spricht mehr für Deutschland: Die Truppe von Jogi Löw kann im defensiven Mittelfeld flexibler agieren. Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira beherrschen alle Varianten: Gegner kommen lassen, oder nur zerstören, aber auch ins Zentrum gehen und sogar selber torgefährlich sein. Und sie können dafür sorgen, dass die Räume für Messi eng werden. Ein zusätzlicher Trumpf ist Toni Kroos im zentralen Mittelfeld. Spielt er so wie gegen Brasilien, wird es für jede Mannschaft schwer, ihn und seine Pässe zu stoppen.

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