Schlagkräftige Truppe mit wenig Budget

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Auf dem Sprung: Auch mit wenig Budget wollen sich die Rhein-Main Baskets (in orange) auf dem Platz durchsetzen.

Region Rhein-Main – Mit großen Personalsorgen starten die Rhein-Main Baskets in die neue Saison. Drei Leistungsträgerinnen fehlen dem Basketball-Bundesligisten, der mit bescheidenen Mitteln nach Verstärkung sucht. Am kommenden Samstag, 11.45 Uhr, trifft die Mannschaft auf die Panther aus Osnabrück.

Steffen Brockman

 „Mir wäre schon wohler, wenn wir in der Vorbereitung etwas weiter wären“ sagt Brockmann vor dem offiziellen Liga-Auftakt in Marburg. Einmal mehr muss die Spielgemeinschaft aus Hofheim und Langen mit vergleichsweise geringem Budget eine schlagkräftige Truppe formen. Ein schwieriges Unterfangen. Der ausländische Markt ist abgegrast, einheimische Kräfte mit Bundesliga-Format für die Baskets nicht finanzierbar. Ein halbes Dutzend Spielerinnen aus den USA testete Brockmann in den vergangenen Wochen – mit mäßigem Erfolg. Lashaunda Pratt zeigte Schwächen im Spielaufbau, Kallindra Zackery fiel aufgrund ihrer Fitness-Defizite durch das Raster. Auch Jessica Wilson und Maddie Burnett konnten nicht überzeugen.

Tameka Dukes traut Brockmann hingegen zu, in der Bundesliga Fuß zu fassen. „Sie hat einen sehr aktiven Eindruck gemacht und ihre konditionellen Rückstände aufgeholt“, sagt der Trainer über die kampfstarke Flügelspielerin aus dem US-Bundesstaat Alabama. Chancen auf ein Engagement darf sich auch Anya Covington ausrechnen. Die Centerspielerin aus Wisconsin hat Brockmann beeindruckt. „Sie könnte auf ihrer Position richtig auftrumpfen.“ Ein glücklicher Umstand kam den Baskets dabei zur Hilfe. Covington verbringt ein Aupair-Jahr in Langen und suchte einen Verein in der Umgebung. Sie wäre somit für kleineres Geld zu bekommen. Profi-Gehälter kann der klamme Vorjahreszweite nicht zahlen. Bei der Suche nach Verstärkung stützen sich die Verantwortlichen auf Gespräche und Video-Material. „Da erlebt man manchmal die verrücktesten Dinge“, sagt Brockmann und erzählt augenzwinkernd von Spielerinnen, „die auf dem Flug hierher geschrumpft sein müssen.“

In Karolin Holtz, Maria Neufurth, Baendu Lowenthal und Jaclyn Thoman haben vier Spielerinnen die Baskets verlassen. Für die Talente aus den eigenen Reihen ist der Sprung noch zu groß, um diese Lücke zu schließen. Sie sollen verstärkt in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen, die in der 2. Liga spielt. Brockmann sieht den Aufstieg der Reserve mit gemischten Gefühlen. „Damit fallen uns an den Spieltagen immer mal Spielerinnen weg.“

Noch mehr Kopfzerbrechen bereitet dem 38 Jahre alten Trainer aber die Verletzungsmisere. Francis Pieczynski, Nelli Dietrich und Nationalspielerin Svenja Greunke fallen länger aus. Ohne das Trio setzte es eine 65:90-Klatsche im Testspiel gegen den Ligakonkurrenten Marburg. Das Ergebnis will Steffen Brockmann nicht überbewerten. „Uns fehlt einfach noch die Tiefe im Kader, um gegen solche Spitzenteams zu bestehen,“ sagt er. Marburg zählt er neben Wasserburg und Halle zu den Top-Favoriten. Sein eigenes Team siedelt der Baskets-Trainer im vorderen Mittelfeld an. Unter einer Voraussetzung: Die Ergänzungen müssen passen. zin

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