Auf Schalke ist heute in Klein-Zimmern

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Zwei ehemalige Schalke-Profis messen sich heute bei einem A-Liga-Spiel in Klein-Zimmern: Krisztian Szollar (links) und Mark Schierenberg.

Region Rhein-Main – Auf Schalke ist am heutigen Sonntag in Klein-Zimmern: Wenn sich um 15 Uhr die Fußball-A-Ligisten Viktoria Klein-Zimmern und GSV Gundernhausen gegenüberstehen, ist das auch das Duell zweier Ex-Profis: Mark Schierenberg, Spieler-Trainer der Zimmerner, trifft auf Krisztian Szollar. Von Jens Dörr

Beide waren früher für Schalke 04 am Ball. Seit ihrer Zeit in Gelsenkirchen dürfen sich beide mit großen Titeln schmücken: Szollar gehörte zum Schalker Kader, der 2002 DFB-Pokalsieger wurde. Der 31-jährige Ungar, der wegen des Fußballs aus Budapest nach Deutschland kam, wurde bei den Königsblauen einhundert Mal in der zweiten Mannschaft eingesetzt - und einmal, gegen Hansa Rostock, in der Ersten Bundesliga. Als Profi war er außerdem für Essen, Wattenscheid und Preußen Münster am Ball. Von dort kam er nach Südhessen, brachte es bei Darmstadt 98 zu 46 Einsätzen und zum Aufstieg in die Regionalliga. „Schalke war aber die Station, wo ich am meisten gelernt habe“, sagt Szollar. Er hat vor zwei Jahren umgesattelt und arbeitet nun für ein Neu-Isenburger Unternehmen im Vertrieb. „Ich wollte kürzertreten und mehr Zeit für die Familie haben“, erläutert er, weshalb er zum GSV Gundernhausen kam, der in der Neuntklassigkeit um den Ligaverbleib kämpft. Zudem wohnt Szollar, zweifacher Vater, im benachbarten Roßdorf. Auch GSV-Coach Holger Claus war für ihn ein Argument, Hessenligist Rot-Weiß Darmstadt zu verlassen und nach Gundernhausen zu kommen.

Mark Schierenberg könnte sich derweil sogar UEFA-Cup-Sieger nennen. „Das ist aber Quatsch, denn ich war da nicht wirklich dabei“, sagt er zum größten Schalker Triumph der letzten Jahrzehnte. Bei S04 bremsten ihn etliche Verletzungen aus, trotzdem kam der 39-Jährige 17 Mal in Liga eins zum Einsatz. Für Wattenscheid und Mainz 05 spielte er zudem 25 Mal in Liga zwei. Schierenberg trainiert heute nicht nur die Klein-Zimmerner Viktoria und ein dortiges Jugend-Team. Er scoutet auch für Kickers Offenbach, ist Personal Trainer, gibt Aqua-Jogging-Kurse und ist als Ernährungsberater tätig.

Der Chef auf dem Platz

Den braucht Szollar nicht. Er ist auch in seiner Nach-Profizeit topfit und laut Trainer Claus „der Chef auf dem Platz, der Sicherheit vermittelt“. Gundernhausen braucht dringend Zähler, um nicht in die B-Liga abzusteigen. Klein-Zimmern schielt mit Schierenberg eher nach oben.

Beide stehen mit ihrem Leistungsvermögen in der A-Liga nach wie vor über den Dingen. Schierenberg, heute in der Innenverteidigung am Ball, meint: „Ich bin als Profi direkt in die A-Klasse gegangen. Das war schon eine große Umstellung. Bei Krisztian ging es ja peu à peu.

Dennoch: Auch für Szollar, als „Sechser“ zuletzt immerhin noch in der Hessenliga und damit vier Klassen höher am Ball, rollt das Leder deutlich langsamer. „Ich bin aber nicht der Typ, der hochnäsig rumlaufen würde“, sagt er und verspricht vollen Einsatz für den Klassenerhalt. Den gönnt der Ex-Schalker Schierenberg dem Ex-Schalker Szollar auch. Nur heute, bei der Begegnung in Klein-Zimmern, soll der Ungar mit dem GSV keine Punkte einfahren.

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