Eschborn gründet ersten hessischen Verein

Hassan Kurt: Weltrekordhalter im Rückwärtslauf

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Auf der blauen Tartanbahn in Eschborn lief Hassan Kurt den Weltrekord.

Eschborn - Bei diesem Mann läuft’s – aber nicht vorwärts! Hassan Kurt aus Eschborn ist Extrem-Rückwärtsläufer. Seit 2016 hält er den Weltrekord. Er sucht nun Gleichgesinnte für seine Sportart und gründet einen Verein. Von Katrin Greschner

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„Ey, da ist ja der Hassan!“ rufen die Leute in Eschborn Hassan Kurt zu. Der läuft im Rückwärtsgang an ihnen vorbei und grüßt. Doch das war nicht immer so: Als der Taxi-Fahrer mit seinem ganz speziellen Hobby begann, verfolgten ihn verwirrte und belächelnde Blicke. Er und seine Leidenschaft waren damals noch unbekannt. Heute ist das anders. Hassan Kurt hat gezeigt, dass sein Sport ernstzunehmen ist und viele Vorteile hat. Egal ob Jogger im Wald oder Gassi-Geher in der Stadt: Alle kennen den Rückwärtsläufer. Spätestens nach seinem bisher größten Erfolg im vergangenen Sommer: Da stellte er den Weltrekord im Rückwärtslaufen auf. 

Auf der blauen Tartanbahn der Westerbach-Anlage in Eschborn-Niederhöchststadt ist er 100 Kilometer am Stück rückwärts gelaufen. Gebraucht hat er dafür 21 Stunden und 34 Minuten. Kein einziges Mal hat er in dieser Zeit zurückgeblickt. „Um 23 Uhr ging’s los. Hunderte Menschen waren da und haben mich angefeuert!“, erinnert er sich und zeigt auf die Ränge. In der Nacht lief noch ein Freund mit, um ihn zu unterstützen. Den Weltrekord schaffte er aber alleine. „Ich bin die ganze Zeit auf Bahn Nummer zwei gelaufen. Die hat mir Glück gebracht“, sagt der Eschborner stolz.

Bahn Nummer zwei brachte ihm Glück und den Weltrekord.

Zum Rückwärtslaufen kam Kurt durch seinen ehemaligen Trainer Wolfram Wendt aus Kronberg. Mehrere Jahre hat er normalen Laufsport gemacht, mehrere Marathonläufe absolviert. Aber bald merkte er, dass ihm etwas fehlt: „Ich brauchte ein Gegensteuern, um noch mehr Spaß am Laufen zu haben.“ Sein mittlerweile verstorbene Trainer Wendt riet ihm: „Hassan, versuch doch zum Ausgleich mal rückwärts zu laufen.“ Er probierte es aus und merkte schnell: „Es hat einen positiven Effekt und ergänzt mein Lauftraining“. Andere Muskeln werden dabei in Anspruch genommen. Außerdem sei es „wie auf Wolken zu laufen“ weil man immer zuerst mit den Fußspitzen aufkomme. „Und man verletzt sich seltener“, sagt Kurt. 

Er vermutet, dass deshalb auch viele Profi-Läufer Rückwärtslaufen – auch wenn es viele nicht zugeben würden. Egal ob Sommer oder Winter: Kurt trainiert immer 45 Minuten drei bis vier Mal in der Woche. „Man sollte nicht zu oft trainieren, sonst verliert man den Spaß daran“, sagt er. Das Training beginnt er mit dem Vorwärtslaufen. Dann kommt das Rückwärtslaufen. Vor dem Trainingsende setzt er stets einen drauf: Er steigt in schnellem Tempo Treppen rauf, natürlich ebenfalls rückwärts.

Im Rückwärtsgang Treppen steigen

Seine nächste Herausforderung: Der Frankfurter Skyrun im Juni. Dann gilt es, die Treppen der 60 Stockwerke des Messeturms für einen guten Zweck zu erklimmen – aber natürlich auch im Rückwärtsgang.Zuvor will Kurt jedoch noch mehr Menschen von seinem ungewöhnlichen Hobby begeistern und sie dazu animieren, es auszuprobieren. Deshalb gründet er am kommenden Dienstag, 4. April, den Verein „Reverse Runners“, auf Deutsch: Rückwärtsläufer. Das wird der zweite Verein in ganz Deutschland und der erste in Hessen, für diese ungewöhnliche Sportart. „Anschließen kann sich jeder, der nicht mehr in den Windeln steckt“, sagt Kurt. Lauferfahrung sei dabei von Vorteil, aber kein Muss.

Nicht  rückwärts, aber für lange Vorwärts-Strecken trainiert Florian Reus aus Sulzbach. Er ist Ultra-Marathon-Läufer.

Base Jumper springen vom Fernsehturm in Malaysia

Ohne Höhenangst: Base Jumper in Kuala Lumpur. Fazry Ismail Foto: Fazry Ismail
Ohne Höhenangst: Base Jumper in Kuala Lumpur. Fazry Ismail Foto: Fazry Ismail © Fazry Ismail
Tänzchen in luftiger Höhe in Kuala Lumpur. Foto: Fazry Ismail
Tänzchen in luftiger Höhe in Kuala Lumpur. Foto: Fazry Ismail © Fazry Ismail
Base Jumper in Action im nächtlichen Kuala Lumpur. Foto: Fazry Ismail
Base Jumper in Action im nächtlichen Kuala Lumpur. Foto: Fazry Ismail © Fazry Ismail
Ein Schritt vor dem Abgrund: Superhelden in Action in Kuala Lumpur. Foto: Fazry Ismail
Ein Schritt vor dem Abgrund: Superhelden in Action in Kuala Lumpur. Foto: Fazry Ismail © Fazry Ismail
Gleich geht's abwärts: Cameron Minni als Hulk (l-r), Matthew Blanke als Captain America und Lawrence Jones als Spiderman. Foto: Fazry Ismail
Gleich geht's abwärts: Cameron Minni als Hulk (l-r), Matthew Blanke als Captain America und Lawrence Jones als Spiderman. Foto: Fazry Ismail © Fazry Ismail

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