Rückrundenstart: OFC gegen Hessen Kassel

Kickers sind für die Spitze nicht bereit

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Mit einem möglichen Aufstieg haben die Offenbacher Kickers nichts mehr zu tun. Dieser Druck ist weg. Jetzt gilt es für die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt zumindest spielerisch eine Wende einzuleiten. Von Peppi Schmitt

Offenbach – Vielleicht hat die Ruhe den Offenbacher Kickers mal ganz gut getan. Das nächste Spiel findet erst am kommenden Dienstag statt, zu Hause gegen den Hessenrivalen aus Kassel. Mit der 0:1-Niederlage gegen den 1.FC Saarbrücken, der ersten Heimniederlage seit eineinhalb Jahren, sind die sportlichen Perspektiven für diese Saison auf ein niedriges Niveau gefallen. Bei elf Punkten Rückstand auf die beiden Plätze, die zu den Aufstiegsspielen zur dritten Liga berechtigen, wäre es vermessen, daran noch einen Gedanken zu verschwenden.

Zumal ja mit Eintracht Trier und dem SV Waldhof Mannheim nicht nur zwei Clubs vorm OFC stehen, sondern mit dem SV Elversberg, dem 1.FC Saarbrücken, Hessen Kassel und dem FC Homburg noch vier weitere. Nach oben wird bei den Kickers also nicht mehr viel gehen, nach unten wird nichts anbrennen. Es wird eine Saison des Mittelmaßes bleiben.

Die Enttäuschung am Bieberer Berg hat sich trotz der Pleite gegen Saarbrücken in Grenzen gehalten. Denn der ersatzgeschwächten Mannschaft, die auf ein halbes Dutzend Stammspieler verzichten musste, war nicht viel vorzuwerfen. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, was sie trotz der Ausfälle geleistet hat“, lobte Trainer Rico Schmitt. Er musste aber auch zugeben, „dass wir momentan nicht bereit sind für ganz vorne.“

Frust von der Seele schießen

Dennoch steht die Mannschaft in der Pflicht den treuen Fans weiter zumindest engagierte Leistungen zu zeigen. Das gilt gerade im Hessenduell mit Kassel, das zudem ja noch bundesweit im Fernsehen übertragen wird. Für die Kickers ist dies eine tolle Gelegenheit, sich von der besten Seite zu zeigen, sich den Frust der vergangenen Wochen von der Seele zu schießen und zum Rückrundenstart vielleicht sogar eine kleine Wende einzuleiten.

Das würde auch dem neuen Präsidium helfen, das vergangene Woche ins Amt gewählt worden ist und keine leichte Aufgabe übernommen hat.

Der neue Präsident Helmut Spahn, der ehemalige Sicherheitschef des Deutschen Fußball-Bundes, muss sich wie sein direkter Vorgänger Claus-Arwed Lauprecht mit wirtschaftlichen Problemen und sportlichen Sorgen herumschlagen. Mit „seiner“ Mannschaft, die ebenso wie er selbst mit deutlicher Mehrheit gewählt wurde, hat der 54 Jahre alte Spahn versucht, viele Facetten innerhalb des Vereins abzudecken. Neben Spahn gehören mit Barbara Klein, Remo Kutz und Michael Relic drei Vizepräsidenten der neuen Führung an, dazu Markus Weidner als Schatzmeister und der ehemalige Spieler Sead Mehic als technischer Direktor Sport.

Es wird nun darauf ankommen, wie schnell das Präsidium sich einen Überblick über die aktuellen Probleme verschaffen kann und wie harmonisch die Zusammenarbeit im Club funktionieren wird. In den vergangenen Jahren war das ja nicht immer so gewesen, zwischen dem Präsidium des Vereins auf der einen und der Spitze der GmbH. mit Geschäftsführer David Fischer auf der anderen Seite, hatte es viele Irritationen gegeben. Nun haben beide Seiten eine enge Zusammenarbeit im Sinne der Kickers versprochen. Das wäre schon mal ein guter Anfang und sicher der erste Schritt in eine bessere Zukunft.

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