Rückblick von den Offenbacher Kickers

Ein turbulentes Jahr für den OFC

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Kickers Stürmer Fabian Bäcker (links) ist Offenbachs bester Torschütze, musste jedoch verletzungsbedingt mehrere Wochen aussetzen.

Offenbach - Nein, 2013 war kein glückliches Jahr für die Offenbacher Kickers. Es ist so ziemlich alles schief gegangen, was schief gehen konnte, obwohl der OFC das sportliche Jahr mit dem zwölften Tabellenplatz abgeschlossen hat. Von Peppi Schmitt

Für Kickers Trainer Rico Schmitt war es ein nervenaufreibendes Jahr.

Platz zwölf – allerdings nicht nur aus Sicht der treuen Fans in der falschen Liga. Die traditionsreichen Kickers kicken viertklassig, was weniger mit fußballerischen Defiziten als mit finanziellen Abenteuern zu tun hat. Im späten Frühjahr hatten sich die Offenbacher mit einem Sieg gegen den SV Wehen Wiesbaden den Klassenerhalt in der dritten Liga erkämpft.

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Die Finanzprobleme holten den Verein nicht nur ein, sie überholten ihn. Der Schuldenstand, vom früheren Geschäftsführer Thomas Kalt offiziell bei etwas mehr als vier Millionen Euro angesiedelt, wurde unter dem neuen Präsidenten Frank Ruhl, der nach allerlei Geschmacklosigkeiten auf allen Seiten durch eine Kampfabstimmung ins Amt gekommen war, in ganz anderen Dimensionen angegeben. Erst hieß es neun Millionen Euro, später gar elf Millionen Euro. Die Kickers gingen nicht nur in Insolvenz, sie mussten auch in die vierte Liga absteigen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Lizenz für die dritte Liga aus wirtschaftlichen Gründen verweigert. Dass auch Ruhl nur ein Übergangspräsident war und längst von Claus-Arwed Lauprecht abgelöst worden ist, passt zum Chaos, das in der Führungsebene geherrscht hat. Sportlich immerhin hat es Trainer Rico Schmitt geschafft, für etwas Solidität zu sorgen.

Zu viele Verletzungsfälle bei den Spielern

Die in einem Schnellverfahren für ganz wenig Geld zusammengestellte Mannschaft hatte einen guten Start, konnte die leidensfähigen Fans zu Beginn begeistern. An den ersten drei Spieltagen holte der OFC sieben Punkte, musste kein einziges Gegentor hinnehmen, gewann zweimal auswärts in Koblenz und Hoffenheim. Die Kickers lagen bis zur Mitte der Vorrunde immer auf einem Tabellenrang, der den Blick nach oben erlaubte. Doch dann kam das Derby bei der „kleinen Eintracht“. Am Bornheimer Hang unterlagen die Kickers der zweiten Mannschaft des Nachbarn mit 1:3, fortan ging es bergab, acht Spiele ohne Sieg. Die Gründe dafür waren schnell gefunden: Trainer Schmitt hatte einfach zu viele Verletzungsausfälle zu beklagen. Unter anderem fehlte der beste Torschütze Fabian Bäcker wochenlang. Und so sind sie eben die Kickers. Eben noch gerettet, dann doch abgestiegen, eben noch mit Hoffnung auf den Aufstieg, plötzlich wieder in Abstiegsgefahr. Am Ende des Jahres hat sich die Lage wieder entspannt. Wie ganz zu Beginn gab es wieder drei Spiele ohne Gegentor mit sieben Punkten, zuletzt im ersten Rückrundenspiel ein 4:0 gegen Koblenz. Sechs Punkte beträgt der Abstand zur Abstiegszone, das macht Hoffnung auf ein etwas ruhigeres neues Jahr. „Meine Mannschaft ist immer gut für Sensationen“, hat Trainer Schmitt zuletzt gesagt, „am Ende hat sich die Kontinuität in der Tagesarbeit ausgezahlt.“

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